25.10.2017, 08:57 Uhr

IV OÖ: Konjunktur für Reformen nützen

(Foto: Berlinstock/Fotolia)

Die neue Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung zeigt weiter eine positive Entwicklung, diese müsse für Veränderungen genutzt werden.

OÖ. Ein global robustes Wirtschaftswachstum, steigende Konjunkturzahlen in Europa sowie eine stetige Verbesserung des Arbeitsmarktes: Die Wirtschaft hat sich nach Krise und Stagnation erholt. Auch in Oberösterreich entwickelt sich die Industriekonjunktur weiter positiv, wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Industriellen Vereinigung Oberösterreich (IV OÖ) zeigt. 

Bei der Umfrage wurden insgesamt 90 Firmen mit mehr als 91.000 Angestellten zur aktuellen geschäftlichen Lage befragt. 57 Prozent beurteilten diese mit "steigend bzw gut", 42 Prozent mit "gleichbleibend" und nur ein Prozent mit "fallend bzw. schlechter". "Die positive Entwicklung zieht sich quer durch die Branchen und oberösterreichischen Stärkefelder. Chemie,Papier, Maschinen- und Metallwaren, Elektronik, Fahrzeugbau, Bau und Holz melden eine positive Stimmung", sagt Axel Greiner, Präsident der IV OÖ.

Mehr Auslandsaufträge und bessere Beschäftigungszahlen

 
Steigerungen in der oberösterreichischen Industrie seien vor allem bei den Aufträgen aus dem Ausland erkennbar: Dort stieg der Saldo von +46 auf +60 Punkte an. 

Die gute Konjunkturlage sei auch am Arbeitsmarkt zu spüren. In der Umfrage gaben rund 29 Prozent an, in den nächsten drei Monaten ihren Mitarbeiterstand zu erhöhen. Einziges Problemfeld am Arbeitsmarkt sei nach wie vor der Fachkräftemangel.  Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der IV OÖ hält hier die Politik für gefragt: "Gerade in der Bildungspolitik ging wertvolle Zeit verloren. Die letzten zehn Jahre wurden leider nicht genützt, um das österreichische Bildungssystem so zu verändern, dass es wesentlich weniger Schulabbrecher und wesentlich mehr MINT-Absolventen gibt."

Viele Hausaufgaben

Trotz der positiven Entwicklungen im In- und Ausland fordert die IV OÖ weitere Schritte, um Oberösterreich wirtschaftlich weiter nach vorne zu bringen.  "Wir sind vorne mit dabei, aber wir haben sehr viele Hausaufgaben. Es wird die Aufgabe der neuen Bundesregierung sein, diese Hausaufgaben zu machen und für Reformen zu sorgen. Das sind notwendige Dinge, die angepasst werden müssen", sagt Greiner. Das aktuelle Wirtschaftswachstum müsse entsprechend genutzt werden, um Änderungen in den Bereichen Bildung, Staatsverschuldung, Budgetdefizit, Lohnnebenkosten, Arbeitsmarkt, Arbeitsrecht, Pensionsfinanzierung und Sozialtransfer herbeizuführen. 


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