25.09.2014, 12:36 Uhr

Möbelkollektion verbindet Europa und Afrika

LINZ (jog).Der oberösterreichische Designer Hannes Schreckensberger und seine französische Partnerin Célia Picard zeigen im Rahmen des Designsalons Linz ab 26. September in der Landesgalerie OÖ die soeben fertig gestellte "Frugal Collection Cape Town". Die Ambition der Möbelkollektion ist, zur Gestaltung besserer Lebensumfelder in den Townships von Kapstadt beizutragen. Sie wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Schlossern und Grasweberinnen in Kapstadt entwickelt, interpretieren traditionelles Handwerk neu und betonen die Kostbarkeit der Einfachheit. Der sechswöchige Aufenthalt fand im Auftrag einer Initiative der "Creative Region Linz & Upper Austria" und des Cape Craft & Design Institutes statt.
Die simplen Möbelobjekte betonen den Reichtum südafrikanischer Handwerkstraditionen und können mit geringem Aufwand lokal hergestellt werden. Es handelt sich einerseits um platzsparende geflochtene Wandmatten aus Emezigras mit Metalleinlagen zum Befestigen von Gegenständen sowie einem Hocker aus Stahldraht. Diese Objekte können sowohl in Südafrika als auch in Europa Einsatz finden.

Design verbindet
Hannes Schreckensberger zur Entwicklung der Möbel: „Auf der Suche nach simplen Herstellungstechniken für unsere Möbelobjekte sind wir auf die traditionelle Handwerkstechnik des Flechten von Emezigras sowie auf das Flechten von Stahlhdraht in den Townships von Kapstadt gestoßen. Die Entwicklung der Objekte geschah in direkter Auseinandersetzung mit den Handwerkern – eine tolle Erfahrung auf diesem Weg Prototypen herzustellen.“ Célia Picard und Hannes Schreckensberger hoffen, durch ihr Beispiel künftige Kooperationen nördlich und südlich des Äquators anzuregen.

In Kapstadt gibt es starkes Interesse an einer Weiterentwicklung der Wandmatten für die serielle Produktion. Patrick Bartos, Geschäftsführer der Creative Region ist beeindruckt: „Kapstadt – World Design Capital 2014 hat als Aufgabe, die Möglichkeiten von zeitgenössischem Design als Problemlösung auszuloten. Die Arbeiten von Celia-Hannes und ihren Partnerinnen und Partnern zeigen, wie fruchtbar transkulturelle Kollaborationen schon in kurzer Zeit sein können.“

Das Studio arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Architektur, Design und Kunst. Stadtforschung nimmt dabei eine zentrale Funktion ein. Für Celia-Hannes sind Stadträume riesige, öffentlich zugängliche Datenbanken, aus deren Untersuchung sie neue Ideen schöpfen. Picard und Schreckensberger leben und arbeiten zwischen Frankreich und Österreich.

Die Präsentation im Designsalon mit Produkten oberösterreichischer Designer und Designerinnen und junger wie auch traditionsreicher Hersteller aus Oberösterreich gibt einen Überblick über die aktuelle Position der heimischen Kreativwirtschaft. Da die Designbranche zu den treibenden Wirtschaftsfaktoren in Oberösterreich zählt, soll vor allem das Interesse und die Aufmerksamkeit für „Design made in Oberösterreich“ geweckt werden. „Der Designsalon versteht sich als atmosphärische Inszenierung in Form von mehreren kleinen Salons. Er erzählt von verschiedenen Lebensräumen und stellt so das gesellschaftliche Sprachrohr der Designerinnen und Designer dar. Die unterschiedliche, mitunter unkonventionelle Kombination der Exponate, ergänzt sich zu poetischen Stilwelten und dient der Sichtbarmachung der Symbiose von Kunst und Design in modernen Lebensräumen.“ so die Kuratorin, Katrin Steindl.

Termin:
Brunch & Salongespräch: „Kunst sammeln: Passion oder Strategie?“
Sonntag, 28. September 2014, 10.00 Uhr / Landesgalerie OÖ
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