30.09.2014, 16:18 Uhr

Vizerektor für den medizinischen Bereich steht fest

LINZ (red). Der Universitätsrat der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz hat Ferdinand Hofstädter zum Vizerektor für den Medizinischen Bereich gewählt. Der Unirat folgte damit dem Vorschlag von Rektor Richard Hagelauer. Hofstädter war bis September 2014 an der Universität und am Universitätsklinikum Regensburg tätig und ist anerkannter Experte für Krebsforschung und Pathologie.

„Wir wollten für diese wichtige Aufgabe einen Spitzenmediziner und gleichzeitig eine Universitäts-erfahrene Persönlichkeit gewinnen“, erklärt der Vorsitzende des Universitätsrats Heinrich Schaller. „Das ist mit Ferdinand Hofstädter gelungen, der unbestritten beides vereint: Er genießt einen hervorragenden Ruf als Mediziner und hat in unterschiedlichen Funktionen beachtliche Aufbau- und Weiterentwicklungsarbeit an der Medizinischen Fakultät in Regensburg geleistet.“

Einigkeit bei Unirat, Rektor und Senat
Rektor Richard Hagelauer freute sich über die Bestätigung seines Wunschkandidaten. „Der Aufbau der Medizinischen Fakultät ist das größte Projekt der JKU seit ihrer Gründung vor 50 Jahren. Daher ist es gerade in der Aufbauphase essentiell, eine erfahrene Persönlichkeit an der Spitze der Fakultät zu haben. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam mit Prof. Hofstädter die Medizinische Fakultät erfolgreich entwickeln können.“ Dieser Ansicht war auch der Senat der JKU, er hatte den Vorschlag des Rektors ausdrücklich befürwortet.

„Ich freue mich sehr über diesen Vertrauensbeweis und über die neue Aufgabe. Am Aufbau der Medizinischen Fakultät in Linz mitzuwirken, bedeutet für mich eine große Verantwortung aber gleichzeitig viel Raum für Gestaltung und Entwicklung. Die professionelle Atmosphäre und das Engagement, mit dem dieses Projekt hier in Linz von allen Beteiligten der Johannes Kepler Universität, des Landes Oberösterreich und der Stadt Linz vorangetrieben wird, sind ansteckend“, sagt Prof. Hofstädter.

Erster Jahrgang Studierender startet zeitgleich
Der neue Vizerektor für den Medizinischen Bereich, der auch die Funktion des Dekans der Medizinischen Fakultät innehat, startet gleichzeitig mit dem ersten Jahrgang der Linzer Humanmedizinstudierenden am 1. Oktober in sein neues Amt. 342 KandidatInnen hatten sich im März für den ersten Jahrgang des Studiums der Humanmedizin an der JKU beworben, seit August stehen die ersten 60 Studierenden fest. Sie werden am 1. Oktober 2014 ihr Studium beginnen, wobei die vorklinische Ausbildung (4 Semester) an der Medizinischen Universität Graz, die weitere Ausbildung bis zum Abschluss als Dr.med.univ. an der JKU erfolgt. Im Vollausbau werden 300 Studierende pro Jahrgang aufgenommen.

Bereits diesen Herbst werden auch die ersten universitären Berufungsverfahren eingeleitet, bis 2018 ist die Besetzung von über 10 Professuren geplant. Zuvor aber wird gefeiert: Am Montag, 29. September, findet die Gründungsfeier der Medizinischen Fakultät der JKU statt. Der Tag ist gleichzeitig der JKU-Willkommenstag für den ersten Jahrgang Medizinstudierender.

Politik und Universität ziehen an einem Strang

„Die Medizinische Fakultät ist für Oberösterreich ein enorm wichtiges Zukunftsprojekt: Sie ist eine Chance für unsere Jugend, für den Wissenschafts- und Forschungsstandort und ein wichtiger Schritt auf dem Weg der JKU zur Volluniversität. Mit Hofstädter steht jetzt für die Ärztinnen und Ärzte des zukünftigen Kepler-Universitätsklinikums eine international anerkannte Kapazität als kompetenter medizinischer Ansprechpartner zur Verfügung. Damit kann der Aufbau universitärer Strukturen gemeinsam zügig vorangetrieben werden“, freut sich Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Josef Pühringer.

Auch der Linzer Bürgermeister Klaus Luger betont: „Die Bestellung von Professor Hofstädter zum Vizerektor für Medizin bestätigt unseren Weg. Die universitäre Ausbildung in Linz erreicht dadurch einen neuen Qualitätsstandard in Lehre und Forschung. Ich freue mich, dass wir Ferdinand Hofstädter gewinnen konnten, einen renommierten Experten in der Krebsforschung sowie in der Pathologie. Ich denke, dass diese beiden zukunftsträchtigen Forschungsbereiche die medizinische Fakultät in Linz zu hohem Renommee führen werden“.

Zur Person:

Prof. Dr. med. Ferdinand Hofstädter hat im Jahr 1980 an der Medizinischen Universität Innsbruck habilitiert und war ab 1984 Professor am Institut für Pathologie an der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen.

Als „Mann der ersten Stunde“ kam er 1989 in der Aufbauphase der Fakultät für Medizin an die Universität Regensburg und baute hier das Institut für Pathologie auf, das er auch bis 2014 leitete. Zudem gründete Hofstädter 1991 das Tumorzentrum Regensburg e.V. und leitete den Verein als Vorsitzender. Er ist Mitglied der Steuerungsgruppe „Nationaler Krebsplan“.

Die Arbeitsschwerpunkte von Ferdinand Hofstädter sind die Erforschung von Tumoren sowie die klinisch diagnostische Pathologie. Besondere Verdienste erwarb sich Prof. Hofstädter mit der Realisierung eines bundesweiten Krebsregisters, das er in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe entwickelte. Für seine Verdienste erhielt er 2012 den Deutschen Krebshilfe-Preis und ist Träger des Deutschen Bundesverdienstkreuzes sowie des Bayerischen Verdienstordens.
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