Demenz
"Um Hilfe fragen ist kein Versagen"

Die Arbeitsgemeinschaft Demenz: Raimund Schiefer, Elisabeth Huber, Helga Lintschinger und Carmen Schager.
  • Die Arbeitsgemeinschaft Demenz: Raimund Schiefer, Elisabeth Huber, Helga Lintschinger und Carmen Schager.
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  • hochgeladen von Johanna Grießer

Immer mehr Menschen sind dement. Weil darunter auch Angehörige leiden, gibt es für sie eine Selbsthilfegruppe.

TAMSWEG. In Österreich sind zwischen 130.000 und 150.000 Personen von Demenz betroffen. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird es bis 2050 doppelt so viele Betroffene geben. Demente Personen zu pflegen ist aufwändig und fordert; die benötigte Ruhe zu haben, ist oft schwer.

Initiatorin Helga Lintschinger, Elisabeth Huber vom Caritaszentrum Tamsweg, Carmen Schager (Leiterin des Marienheims in Mariafparr) und der Tamsweger Mediziner Raimund Schiefer riefen deshalb eine Selbsthilfegruppe für Angehörige ins Leben und organisieren Vorträge.

Demenz – Was ist das eigentlich?
RAIMUND SCHIEFER
: Demenz ist eine chronische Hirnleistungsstörung, die durch einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen in verschiedenen Regionen unseres zentralen Nevensystems gekennzeichnet ist. Sie führt zu einer Störung des Gedächtnisses und der zeitlichen und örtlichen Orientierung. Zudem ändern sich die Stimmung, die Persönlichkeit und das Sozialverhalten. Mögliche Ursachen sind Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Übergewicht oder Genussgifte. Demenz kann jedoch auch genetisch bedingt sein.

Wie geht man am besten mit dementen Personen um?
CARMEN SCHAGER
: Demente Personen sind äußerst sensibel. Am wichtigsten ist, dass man ihnen mit Wertschätzung begegnet und den Menschen sieht – nicht nur die Krankheit. Zudem sollte man sie nicht überfordern, das gibt ihnen Sicherheit. Wenn möglich, gibt man ihnen Halt in Form eines geregelten Tagesablaufs.

Wie sollte man sich im Gespräch verhalten?
ELISABETH HUBER
: Wenn man ohne Erwartungshaltungen auf Betroffene zugeht, macht man schon viel richtig. Demente sind Meister der Floskeln und können Fragen geschickt umgehen. Außerdem ist es ratsam, sehr einfühlsam zu sein und auf die Menschen einzugehen. Manchmal ist es besser, einfach zuzuhören, anstatt zu viel zu fragen. Ist das Gespräch sehr holprig, helfen alte Lieder oder Geschichten. Damit erreicht man sie eigentlich immer.

Wozu dient die Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige?
HELGA LINTSCHINGER
: In der Gruppe bekommen Teilnehmer fachliche sowie hilfreiche Informationen; sie können sich an uns wenden oder sich mit anderen Betroffenen austauschen. Gegenseitiges Verständnis kann eine große psychische Entlastung sein, ebenso wie das Gefühl, nicht alleine zu sein.

Welche Herausforderungen erwarten einen?
CARMEN SCHAGER
: Die größte Herausforderung ist es meist, ruhig und geduldig zu bleiben. Oft ist es auch für Angehörige schwierig, ihre eigenen sozialen Kontakte nicht zu vernachlässigen. Auch um Hilfe zu bitten, ist nicht einfach; das kann die Situation jedoch erheblich erleichtern.

Nächste Termine


Die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Demenzerkrankten
trifft sich jeden ersten Dienstag im Monat um 18:30 uhr, beginnend mit 2. Juli, im Marienheim Mariapfarr. Die Treffen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der nächste Vortrag "Umgang mit Menschen mit Demenz" ist am 13. Juni um 19:00 Uhr in der Wirtschaftskammer Tamsweg. Nähere Infos unter 0664/99279830.

Dazu passt: Eine neue Selbsthilfegruppe wird installiert

Autor:

Johanna Grießer aus Pinzgau

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