Junge Talente
Katja Moser setzt ihr Plastikfasten fort

Die Fastenzeit ist zwar längst vorbei, aber Katja Moser aus Sankt Michael macht mit dem Plastikfasten dennoch weiter.
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  • hochgeladen von Peter J. Wieland

"Ich verzichte jetzt auf viele Sachen", sagt Katja Moser aus Sankt Michael im Lungau, und: "Ich habe mich geschämt, wenn ich mir mal Plastikverpacktes gekauft habe."

SANKT MICHAEL, ZEDERHAUS. Katja Moser unterrichtet Deutsch, Physik und Chemie an der Neuen Mittelschule Sankt Michael. Am Aschermittwoch hatte die 26-Jährige an ihrer Schule ein Projekt zur Vermeidung von Plastikmüll gestartet. Wir hakten bei der gebürtigen Zederhauserin, die dort auch Mitglied der Berg- und Naturwacht ist, nach.

Wie erging es euch in der Schule mit dem Plastikfasten?
KATJA MOSER:
"Gut. Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler möchte laut den Rückmeldungen damit weitermachen. Erstaunlich finde ich, dass viele Familien von vornherein das Augenmerk auf Regionales gelegt hatten. Das Einkaufen im regionalen Handel, etwa beim Bäcker oder Metzger an der Ecke, ist nämlich nicht nur gut für den heimischen Wirtschaftskreislauf, sondern auch gut für den ökologischen Fußabdruck."

Wo war das Plastikfasten besonders schwierig?
MOSER:
"Bei Süßigkeiten. Vor allem jene aus dem Supermarkt sind meist mehrfach verpackt. Schwierig war es – so die Rückmeldungen meiner Jugendlichen – auch bei Milchprodukten; Milch wird im Supermarkt vorwiegend in Tetra-Packungen feil geboten."

Ich höre heraus, dass das Problem also schon in der Handelskette liegt; also, dass man Produkte und Güter nur verpackt, wenn nicht gar mehrfach verpackt zum Kauf angeboten bekommt?
MOSER:
"Genau. Das grundsätzliche Problem ist, dass im Supermarkt so gut wie alles verpackt ist, und meistens wird dafür Plastik verwendet. Hier bräuchte es bestimmt eine Verhaltensänderung der Anbieter, weil viele Verpackungen sind meiner Meinung nach überflüssig. Das Plastiksackerlverbot, das nächstes Jahr in Österreich kommen soll, ist ehrlich gesagt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier bräuchte es bestimmt mehr Einmischungen seitens des Gesetzgebers. Auf jeden Fall kann der einzelne Kunde seinen Teil selbstständig dazu beitragen, und einfach nicht zu Plastikverpacktem greifen."

Wie handhaben Sie das im Supermarkt?
MOSER:
"Ich verzichte jetzt einfach auf viele Sachen – zum Beispiel auf Süßigkeiten. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele, die von meiner Plastikfasterei wussten, in meinen Einkaufswagen geschaut haben, was denn da so alles drinnen liegt. Ich habe mich freilich geschämt, wenn ich mir mal Plastikverpacktes gekauft habe – zum Beispiel Milch, Topfen oder Sauerrahm."

Schauen Sie selber auch in den Einkaufswagen anderer und ermahnen?
MOSER:
(lacht) "Nein. Meine Mama musste allerdings einiges mal rausgeben aus ihrem Wagen, als wir gemeinsam einkaufen waren. Manchmal sündigen ist zwar erlaubt, aber übertreiben damit sollte man es schließlich nicht.
Ich machte manchmal die Beobachtung – und das freute mich –, dass Schüler von mir, ihre Eltern im Supermarkt zum Plastikverzicht ermahnten. Sehr löblich."

Machen Sie selber mit dem Plastikfasten weiter?
MOSER:
"Definitiv. Ich mache weiter."

Lese-Tipp:

>> Kommentar zum Thema: Verzicht kann Teil einer Lösung sein

Die Fastenzeit ist zwar längst vorbei, aber Katja Moser aus Sankt Michael macht mit dem Plastikfasten dennoch weiter.
Die Fastenzeit ist zwar längst vorbei, aber Katja Moser aus Sankt Michael macht mit dem Plastikfasten dennoch weiter. Am Mistkübel kann die 26-Jährige jetzt öfter vorbeigehen, denn sie produziert weniger Müll.

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