"Bei minus 25 Grad auf das Plumpsklo war schon eine Tortur"

Sie steht jetzt im Freilichtmuseum in Großgmain, die Rainerkeusche aus Ramingstein. Christoph König, ehemaliger Landessanitätsdirektor, ist dort aufgewachsen. Gelebt hat er dort bis er zehn Jahre alt war und danach das Borromäum in Salzburg besuchte. Die Ferien verbrachte er weiterhin in Ramingstein.
  • Sie steht jetzt im Freilichtmuseum in Großgmain, die Rainerkeusche aus Ramingstein. Christoph König, ehemaliger Landessanitätsdirektor, ist dort aufgewachsen. Gelebt hat er dort bis er zehn Jahre alt war und danach das Borromäum in Salzburg besuchte. Die Ferien verbrachte er weiterhin in Ramingstein.
  • Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter
  • hochgeladen von Peter J. Wieland

RAMINGSTEIN, GROSSGMAIN. Als spektakuläres neues Projekt im Salzburger Freilichtmuseum gilt seit Saisonstart im März ein Kleinbauernhaus aus Ramingstein: die Rainerkeusche aus dem Ortsteil Mignitz stammt aus dem Mittelalter und wurde zwischen 1482 und 1483 errichtet. Das Haus wurde im Herbst 2017 vor Ort im Lungau mittels 3D-Scan vermessen, Zeitzeugen miteinbezogen, akribisch fotografiert und schließlich nach Großgmain gebracht. Die Bezirksblätter hatten darüber berichtet. Offiziell eröffnet soll das bis dahin restaurierte Kleinbauernhaus im September werden.

König reiste zurück in die Zeit

Das Salzburger Landes-Medienzentrum (LMZ) machte in dieser Woche mit dem ehemaligen Besitzer, Christoph König, einen emotionalen Rundgang durch die zirka 500 Jahre alte „Zeitzeugin“. Der ehemalige Landes-Sanitätsdirektor und Umweltmediziner ist in diesem kleinen, historischen Bauernhaus in Ramingstein aufgewachsen. Christoph König hatte die Rainerkeusche von seiner Mutter bekommen und hat sie nun dem Salzburger Freilichtmuseum überlassen. Das LMZ-Interview wurde am 7. August 2018 via Landeskorrespondenz-Newsletter veröffentlicht.

Landes-Medienzentrum (LMZ) : Herr König, wie ist es, wieder zurückzukommen?
CHRISTOPH KÖNIG:
"Für mich waren die vergangenen Monate, als die Keusche von Ramingstein nach Großgmain versetzt wurde, eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich kam viel zum Reflektieren – über meine Kindheit, die fantastisch war."

LMZ: Wann haben Sie denn hier gelebt?
KÖNIG:
"Meine Mutter kehrte nach Ramingstein zurück als ich zwei Jahre alt war. Vorher war sie Sennerin in Mariapfarr. Sie musste heim, weil meine Großmutter krank war. Dann lebten wir hier bis ich zehn wurde und ins Internat des Borromäums in Salzburg wechselte."

LMZ: Wie waren diese Kindheitsjahre?
KÖNIG:
"Wir waren arm, aber die Erinnerungen sind sehr positiv, ich hatte eine schöne Kindheit. Da hinten in der Kammer im ersten Stock haben wir geschlafen. Ich hinter meiner Mutter, mein Cousin auf der anderen Seite. Bei minus 25 Grad auf das Plumpsklo, das sich draußen befand, das war schon eine Tortur. Aber fürs kleine Geschäft gab es die ,Kachel‘."

LMZ: Wie wurde damals geheizt? Schließlich ist der Lungau ein wenig „arktisch“.
KÖNIG:
"Die Schlafkammer nur durch ein Dunstloch, das von der Stube herauf führte. Die Spalten zwischen den Balken wurden mit Moos abgedichtet. Eigentlich war das gesamte Baumaterial aus der Gegend, ökologisch, ohne künstliche Mittel. Aber es hat funktioniert. Das ist pure Natur."

LMZ: Und wenn sie dieses Haus jetzt in Großgmain betreten?
KÖNIG:
"Dann wird mir erst bewusst, in welchem historischen Juwel ich aufgewachsen bin. Das Haus zeigt das Leben von damals, auch ein Stück meines Werdegangs. Es wurde bis Ende der 1980er-Jahre bewohnt. Wir haben immer geglaubt, es wäre so um 1705 errichtet worden. Dass es zirka 500 Jahre alt ist, hat uns alle überrascht. Ich bin fasziniert, mit welcher Genauigkeit das alles wieder aufgebaut und restauriert wurde."

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