Brauchtum
Kasmandla beehrten das Gemeindeamt

Kasmandla der Volkschule Sankt Michael im Lungau.
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  • Kasmandla der Volkschule Sankt Michael im Lungau.
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Auch was es mit dem Kasmandl-Brauchtum auf sich hat, lesen Sie in diesem Artikel.

SANKT MICHAEL. Weil ja morgen, an dem Tag, an dem die Kasmandla normalerweise von Haus zu Haus ziehen, schulfrei ist, rückten die Kasmandla der Volkschule Sankt Michael schon heute an. Begleitet wurden die Achtjährigen dabei von ihrer Lehrerin Martina Obermayer. Zufällig waren die Bezirksblätter dabei, als sie im Gemeindeamt Station machten, Lieder sangen, Gedichte vortrugen und Schnurraus verteilten, bevor sie weiter ihres Weges zogen...

Der Kasmandl-Brauch

Auf der Homepage der Servicestelle Lungauer Volkskultur zitieren die Tamsweger Historiker Anton und Josefine Heitzmann mit Verweis auf das Druckwerk "Der Salzburger Lungau und seine Bräuchtümer" Ignaz von Kürsinger, der dieses Brauchtum so erklärt: „Das Käsmandel ist ein kleines Männlein von eisgrauer Farbe, mit erdfalbem, runzlichem Gesichte. Zur Sommerszeit lebt es auf den höchsten Bergzinnen in unzugänglichen Gewänden und dunklen Wäldern, wo es sich von Wurzeln und Kräutern nährt. Im Herbste, wenn der Senne von der Alm mit seiner Heerde zur Heimath gefahren ist, kömmt das Käsmandel aus seinem Schlupfwinkel zu den Almhütten, sucht und sammelt das zusammen, was die Senndinen und Hirten verworfen, verloren oder zurückgelassen haben, und käset diese Überreste, von denen er den langen Winter hindurch sich nähret“. So habe es Ignaz von Kuürsinger bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts geschrieben.
Das Kasmandl sei zu Martini am 11. November in die Alm eingeglöckelt und zu Georgi am 24. April, zur Zeit des Viehauftriebes, wieder herausgeglöckelt worden, schreiben Heitzmanns. Heute zögen am Vorabend des Martinitages Kinder in Kleingruppen und „almerischer“ Kostümierung von Haus zu Haus, trügen Sprüche und Lieder vor, bitteten um kleine Gaben und verteilten Schnurraus – taubeneigroße Bälle aus Germteig – die in Fett heraus gebacken werden, heißt es weiter.

Autor:

Peter J. Wieland aus Lungau

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