Lackenspitze (Tweng)
Lawinenabgang kostete drei Tourengehern das Leben

Hinten in der Bildmitte zu sehen ist die Lackenspitze (2.459 m) bei Tweng im Salzburger Lungau. Dieses Foto stammt aus dem Winter 2020/2021.
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  • Hinten in der Bildmitte zu sehen ist die Lackenspitze (2.459 m) bei Tweng im Salzburger Lungau. Dieses Foto stammt aus dem Winter 2020/2021.
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Lawinenabgang auf der Lackenspitze in der Lungauer Gemeinde Tweng (Bundesland Salzburg) mit drei verschütteten Wintersportlern: zwei konnten nur noch tot von der Bergrettung geborgen werden; die dritte geborgene Person verstarb, später, im Krankenhaus, an ihren Verletzungen. Der Bezirksleiter der Bergrettung Lungau geht in einer ersten Einschätzung von schlechter Tourenplanung der elfköpfigen Wintersportler-Gruppe aus; bei Lawinenwarnstufe "3" sollte man so einen Hang nämlich nicht angehen, betont er. Wir haben am Samstagabend mit ihm, nach dem Einsatz, kurz telefonieren können.

TWENG. Bei einem Lawinenabgang auf der Lackenspitze in der Lungauer Gemeinde Tweng sind am Samstagnachmittag, 4. Dezember 2021,  drei Skitourengeher verschüttet worden. Wie der Bezirksleiter der Bergrettung im Lungau, Hannes Kocher, die Angaben eines Berichtes auf salzburg.orf.at – wir von MeinBezirk.at bezogen uns in unserer Erstmeldung darauf – bestätigte, konnten zwei der Wintersportler leider nur mehr tot geborgen werden. Ein weiterer zunächst vermisster Verschütteter habe reanimiert werden müssen und sei später im Spital verstorben.

(Archivfoto) Tweng im Salzburger Lungau.
  • (Archivfoto) Tweng im Salzburger Lungau.
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Diese dritte Person sei –salzburg.orf.at bezog sich in seiner Meldung auf Auskünfte des Roten Kreuzes – schwer verletzt ins Krankenhaus nach Klagenfurt geflogen worden und sei, so hieß es weiter, im Spital seinen schweren Verletzungen erlegen. Und: Zwei weitere Verletzte, die aber offenbar nicht verschüttet waren, seien von der Rettung in die Landesklinik Tamsweg gebracht worden.

"Es herrscht heute Lawinenwarnstufe '3' erhebliche Gefahr. Wir haben dort oben im Bereich der Lackenspitze eine Neigung von etwa 40 Grad. Stopp, da geht nichts mehr!"
Hannes Kocher, Bezirksleiter der Bergrettung im Lungau


Bergretter erkennt: "Schlechte Planung!"

Wie der Bezirksleiter der Bergrettung, Hannes Kocher, gegenüber MeinBezirk.at seine Erkenntnisse schilderte, waren elf Tourengeher (laut der salzburg.orf.at-Meldung kamen diese aus dem Pongau, dem Ennstal sowie aus Oberösterreich) beim Lawinenunglück auf der Lackenspitze involviert. Ihre Planung sei – so Kochers Experteneinschätzung – schlecht gewesen; die Tourengeher seien allen Anschein nach einer bereits vorhandenen Spur nachgegangen. Zur Zeit des Lawinenabgangs, am Samstagnachmittag, herrschte in diesem Gebiet Lawinenwarnstufe "3" – das heißt erhebliche Gefahr. Bergretter Hannes Kocher verwies gegenüber MeinBezirk.at darauf, dass der Hang im Bereich der Lackenspitze eine Neigung von um die 40 Grad habe. "Stopp, da geht nichts mehr an so einem Tag", betont Kocher.

(Symbolfoto) Lawinengefahr.
  • (Symbolfoto) Lawinengefahr.
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Nach dem Lawinenabgang hätten die Nicht-Verschütteten die Einsatzkräfte verständigt, wie uns der Lungauer Bergrettungsleiter weiter erzählte; dies hätten sie allerdings nicht über den alpinen Notruf "140" gemacht, sondern sie hätten über eine Internetsuchmaschine zufällig die Handynummer eines Bergrettungskameraden aus Obertauern gefunden, der dann die Rettungskette in Gang setzte. Kocher vermutet, dass dadurch eine Zeitverzögerung von zehn Minuten entstanden sei; und in solchen Ernstfällen zählt jede Minute.

Etwa 70 Bergretter, insgesamt gut 120 Einsatzkräfte

Die Bergrettung aus dem Lungau eilte darauf hin mit etwa 70 Leuten sowie Hundeführern aus den fünf Ortsstellen Mauterndorf, Muhr, Zederhaus, Tamsweg und Obertauern zu Hilfe; am Einsatzort begannen sie mit der Verschütteten-Suche und -bergung. Außerdem waren zwischenzeitlich fünf Hubschrauber im Gebiet im Einsatz. Auch das Rote Kreuz mit dem Kriseninterventionsteam, Helfer der Freiwilligen Feuerwehr, die Polizei sowie die Alpinpolizei waren vor Ort – in Summe waren zwischen 120 und 125 Einsatzkräfte im Kriseneinsatz.

Das erste große Tourenunglück der Saison

Der Winter 2021/2022 ist noch jung. Sein Start ist traurig. Es war dies heute – auf der Lackenspitze – unseres Wissens nach sowie auch des Wissens des Lungauer Bezirkbergrettungsleiters nach, das erste Lawinenereignis der noch frischen Wintersaison in Österreich, das Todesopfer forderte.

>> Unter folgendem Link findet man den Lawinenbericht des Landes Salzburg: lawine.salzburg.at

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