Jubiläum
Siebzigjähriges Klassentreffen der Hauptschule Tamsweg

Heinrich und Paula Wind erzählten im Gespräch von ihrem siebzigjährigem Klassentreffen sowie ihrer Schulzeit.
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  • Heinrich und Paula Wind erzählten im Gespräch von ihrem siebzigjährigem Klassentreffen sowie ihrer Schulzeit.
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TAMSWEG (anj.) Heinrich Wind drückte vor 70 Jahren zum letzten Mal die Schulbank. Von 1944 bis 1948 besuchte der heute 85 jährige Tamsweger mit 51 Klassenkameraden die damals einzige Hauptschule im Lungau. In diesem Jahr, in dem sich das Ende der Schulzeit nun bereits zum siebzigsten Mal jährt, initiierte Wind ein Klassentreffen der besonderen Art: 20 ehemalige Klassenkameraden machten einen Ausflug nach Gmunden und erinnerten sich an alte Zeiten.

Treffen dieser Art seien laut Wind und seiner Frau Paula aber nichts neues. Sie beide gingen in die gleiche Klasse und besuchten sogar den gleichen Kindergarten. Nach der Schulzeit sei von ehemaligen Mitschülern häufig der Wunsch geäußert worden, sich wieder einmal zu treffen. Diesem Vorhaben sollten Taten folgen: Heinrich Wind organisierte bereits wenige Jahre nach dem Schulabschluss ein erstes Wiedersehen. Von da an treffen sich die ehemaligen Mitschüler mindestes einmal im Jahr beim Knappenwirt in Tamsweg und tauschen sich unter anderem über die vergangene Schulzeit aus.

Dass diese nicht immer leicht war, liegt auf der Hand. Wind erzählt von schwierigen Zeiten, als die Lungauer Winter deutlich kälter waren als heutzutage und man zum heizen Holz in die Schule tragen musste, aber auch davon, dass der Schulalltag häufig vom heulenden Fliegeralarm unterbrochen wurde. Der Zweite Weltkrieg sei auch für die Kinder allgegenwärtig gewesen, so Wind. Einige seiner Klassenkameraden waren so beispielsweise Kriegsflüchtlinge aus Graz oder Wien. Manche waren sogar aus Deutschland in den Lungau gekommen, um Schutz zu suchen. Nach Kriegsende zogen sie zumeist in ihre Heimatstädte zurück.

Vor zehn Jahren, als die Klasse ihr sechzigjähriges Jubiläum feierte, hatte Wind die Idee ein größeres Treffen zu veranstalten. Nicht nur Mitschüler, die nach wie vor im Lungau lebten, sollten teilnehmen, sondern auch Klassenkameraden, die in anderen Bezirken, Bundesländern oder sogar Staaten lebten. Die größte Schwierigkeit sei die Kontaktaufnahme gewesen, so Wind. Nach den vielen Jahren habe man sich zum Teil aus den Augen verloren und so musste er zunächst in den zuständigen Gemeindeämtern, um Auskünfte über die ehemaligen Mitschüler bitten.

Dieses Mal - zehn Jahre und ein weiteres Jubiläum später - sei dies schon um einiges leichter gewesen. Der Kontakt zu den Klassenkameraden sei bereits vorhanden gewesen, es ging nur noch darum festzulegen, wo und wie das Jubiläum gefeiert werden soll. Man entschied sich schlussendlich dafür einen Tagesausflug nach Gmunden zu unternehmen. Dies sei laut Wind in erster Linie praktischen Gründen geschuldet gewesen, denn in Gmunden wohne seit Jahren ein ehemaliger Mitschüler, der die Organisation für dieses Treffen vor Ort vornehmen konnte. Am 23. September war es schließlich so weit: 20 ehemalige Mitschüler besichtigten gemeinsam die Stadt, aßen gemeinsam in einem Restaurant und unternahm auch eine Schiffsfahrt.

Wie immer seien dabei viele nette Gespräche geführt und Erinnerungen ausgetauscht worden. Auch wenn sich die Schulzeit früher deutlich härter gestaltete als heute, sind sich Heinrich Wind und seine Frau einig, dass sie nach wie vor lieber vor 70 Jahren Schüler gewesen wären als heute, denn früher habe man sich viel besser gekannt und es seien in der Schule Freundschaften fürs Leben geschlossen worden. Siebzigjährige Klassentreffen seien der Beweis dafür.

Autor:

Andrea Jerkovic aus Lungau

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