Zu kurz war dieser „Un-Ruhestand“

Idealist, Pionier und Visionär zugleich – Willi Resch stand bis zu seinem letzten Tag mitten im Leben. Sein Bemühen konzentrierte sich insbesondere auf den Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Etablierung von E-Mobilität. (*21. 12. 1947; † 6. 1. 2011)
9Bilder
  • Idealist, Pionier und Visionär zugleich – Willi Resch stand bis zu seinem letzten Tag mitten im Leben. Sein Bemühen konzentrierte sich insbesondere auf den Einsatz erneuerbarer Energien sowie die Etablierung von E-Mobilität. (*21. 12. 1947; † 6. 1. 2011)
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Bezirksblatt Lungau

Am Dreikönigstag 2011 ist der Tamsweger Willibald Resch völlig unerwartet im Alter von 63 Jahren gestorben. Der pensionierte AHS-Lehrer engagierte sich zeitlebens für Umweltschutz, war Bezirkssprecher der GRÜNEN und seit 2009 auch Mitglied der Tamsweger Gemeindevertretung.

TAMSWEG (rec). Der jähe Tod des Ehemannes und zweifachen Vaters, Prof. Mag. Willi Resch, im Alter von 63 Jahren trifft die Familie und Freunde schwer. Völlig unerwartet ist er über Nacht aus ihrer Mitte gerissen worden. Mit Willi Resch ist am 6. Jänner 2011 aber auch ein Mann gestorben, dessen Wirken nicht nur Generationen von Schülern im Bezirk beeinflusste, sondern auch unzählige Projekte, die dem Umweltschutz dienten und dienen, sowie die politische Landschaft des Lungaues und über seine Grenzen hinaus prägte. Sein Engagement, allein für nachhaltigen Umgang mit der Natur und Klimaschutz, hätte mehr als nur ein Leben füllen können. Der Bezirkssprecher der GRÜNEN schaffte 2009 mit einer beherzten Kandidatur als Erster den Einzug seiner Partei in eine Lungauer Gemeindevertretung, im Heimatort Tamsweg.

Ab 1971 Lehrer am Gymnasium
Stolz auf die Abstammung aus der Tamsweger Familie Lederwasch, maturierte Willi Resch 1967 an der Bundeslehrerbildungsanstalt in Salzburg und schloss danach ein Lehramtsstudium für Naturgeschichte an der Universität Salzburg ab. Mit der Lehrbefugnis für Volks-, Haupt-, allgemeinbildende sowie berufsbildende höhere Schulen unterrichtete Resch ab 1971 am Gymnasium Tamsweg bzw. auch an der Handelsakademie und der Handelsschule Tamsweg die Fächer Biologie, Physik, Chemie und technisches Werken.

„Professor im Un-Ruhestand“
Als „Professor im Un-Ruhestand“ bezeichnete sich der unermüdliche Kämpfer für „alles, was vorwiegend mit der Natur zu tun hat und gesellschaftliche Entwicklungen positiv beeinflusst“ selbst nach seiner 32-jährigen Tätigkeit am Gymnasium und der Pensionierung Ende 2003. Bildung lag Willi Resch als AHS-Lehrer ebenso am Herzen, wie im Rahmen seiner 20-jährigen Tätigkeit als Volkshochschul-Bezirksleiter. Er war Gründungsmitglied des Büros für Erwachsenenbildung in Tamsweg, der österreichischen Wissenschaftsgesellschaft ÖWIG, Gründer der Privatschule „mit PS“ und Betreuer der SEMOKI-Gruppe (sehr motivierte Kinder) im Lungau.

Vielseitig engagiert
Zahlreiche Funktionen zeugten vom Anliegen, seine Ideale, vor allem öffentlich, zu vertreten. Die Notwendigkeit von alternativen Energieformen hatte er als einer von wenigen früh erkannt und setzte sich insbesondere für Sonnen-, Wind- und Wasserkraft ein. So war Willi Resch neben seiner politischen Tätigkeit Stammgesellschafter der Samsonwind GmbH, Bezirksvorsitzender des Naturschutzbundes, Leiter der AEE (Arge erneuerbare Energie) für Solaranlagenselbstbau, Leiter des Projektbüros Lungau und Vorstandsmitglied der Ökostrombörse Salzburg, um nur einige seiner Funktionen in Organisationen zu nennen, die er teilweise auch mitbegründet hatte. Zudem setzte sich der Pädagoge für den Erhalt des Silberbergwerkes in Ramingstein ein und leitete zahlreiche Führungen durch selbiges. Seine Geselligkeit stellte Willi bei unzähligen Gelegenheiten unter Beweis. Er war unter anderem „Ritter zu Burg Finstergrün“.
Als treuer Leserbrief-Schreiber des Bezirksblatt Lungau nutzte Willi Resch dieses Forum regelmäßig, um zu aktuellen Themen Stellung zu beziehen. Kurz vor Weihnachten erreichte die Redaktion seine letzte Leserpost, die im würdevollen Andenken nachfolgend veröffentlicht wird.

Letzte Leserpost
„Es ist wichtig, dass sich im Briefwahlrecht etwas ändert. Als Vertrauensperson der Bezirkswahlbehörde bin ich der unbedingten Meinung, dass zwei Punkte dringend geändert gehören: Alle Wahlkarten müssen bis 17 Uhr des Wahltages eingetroffen sein, um sie auszählen zu können. Später eintreffende sollen nicht mehr berücksichtigt werden. Alle Wahllokale sollten gemeinsam um 17 Uhr schließen. In kleinen Gemeinden kann dann beispielsweise ab 15 Uhr gewählt werden und nicht von 10 bis 12 Uhr, um eine frühere Auszählung von sogenannten Testgemeinden zu verhindern!“

Prof. Mag. Willi Resch
21. 12. 1947 – 6. 1. 2011

Fotos: privat, BB-Archiv

Telegram anmelden

Die aktuellsten lokalen Nachrichten -
direkt auf dein Smartphone!


Telegram anmelden



Autor:

Bezirksblatt Lungau aus Lungau

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.