22.10.2014, 12:07 Uhr

Von Großarl übers Mittelalter bis nach Hollywood

Einen Kindheitstraum konnte sich der Großarler Schauspieler Peter Windhofer mit der Rolle des Sir Ansgar in der Hollywood-Serie "The Quest" erfüllen. (Foto: ABC/The Quest)
Besonders durch seine Rolle in der Hollywood-Serie „The Quest“, bei der er den britischen General der königlichen Armee mimt, ist der Großarler Schauspieler Peter Windhofer heuer ins Rampenlicht gerückt. Dafür musste er sich extra einen britischen Akzent aneignen. „Ich habe immer sehr viel mit Sprachen zu tun gehabt“, erzählt er. „Wenn man in Großarl mit einem starken Dialekt aufwächst ist man immer damit konfrontiert, sich anpassen zu müssen“. Generell sei Sprache sehr eng mit Musikalität verbunden. „Ich bin mit Musik aufgewachsen“, so der Schauspieler, der dennoch bezweifelt, dass ihm ein Brite seinen selbst antrainierten Akzent abnehmen würde. Das „mit Abstand Schwierigste“ für ihn sei allerdings nach wie vor die hochdeutsche Sprache.

Ob es eine zweite Staffel der Serie „The Quest“ geben wird, steht noch nicht fest. „Bei ABC ist gerade einiges im Umbruch“, sagt Windhofer, der sich mit der Rolle als General Sir Ansgar auch einen kleinen Kindheitstraum erfüllen konnte. „Ich bin definitiv, was das Mittelalter anbelangt, ein kleiner Nerd“, schmunzelt er. „Mit Rittern und Sagengeschichten bin ich groß geworden“. Das Konzept selbst, bei dem die Kandidaten in eine durch Schauspieler dargestellte, mittelalterliche Fantasiewelt eintauchen und dort Aufgaben lösen, ist beim Publikum gut angekommen. „Eines der stärksten Maße in den USA sind Social Media- und Twitter-Reaktionen. Da schaffte es die Produktion immer in die Top 10“, freut sich der „General“.

Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor

Neben seiner Schauspielkarriere – aktuell hat Windhofer die Pilotfolge einer neuen Arztserie in Wien abgedreht – schreibt der Großarler auch Drehbücher. „Für mich zählt das gesamte Tätigkeitsfeld – vor und hinter der Kamera“, sagt er. „Ich erzähle sehr gerne Geschichten, sowohl als Regisseur und Autor, als auch als Schauspieler. Lediglich die Möglichkeiten, diese zu vermitteln, sind unterschiedlich“. Zur Schauspielerei hat Windhofer einen sehr wissenschaftlichen und neugierigen Zugang. „Mich interessieren Zusammenhänge in der Welt. In meinen Rollen kann ich das individuell erfahren und daraus neue Lebenssichten gewinnen“. Darüber hinaus wurde er von Michalsky für die diesjährige Vienna Fashion Week als Model gebucht. „Das war aber nicht das große, unbekannte Feld für mich. Ich habe während meines Studiums in Salzburg gemodelt.“ Dennoch soll dieser Auftritt eine Ausnahme bleiben. In erster Linie will der Großarler weiterhin Schauspieler bleiben. „Das hängt allerdings auch von den Rollen ab. Es kann sein, dass ich es mal dem Schreiben unterordnen werde“, erzählt er.

"Salzburg ist für mich Heimat"

Trotz seines Erfolges in Hollywood hält Windhofer nach wie vor Salzburg die Treue. „Das ist für mich Heimat. Zudem bedeutet es Familie und auch ein Großteil meiner Freunde leben nach wie vor hier“, berichtet er. Salzburg heißt für ihn Heimaturlaub und ein bisschen abzuschalten. Für seinen Sohn überlegt er, generell den Lebensmittelpunkt wieder her zu verlegen, „aber das hängt sehr stark von den Jobmöglichkeiten ab“. Auch eine Rolle bei den Salzburger Festspielen wäre für Windhofer äußerst interessant: „Aus Theatersicht ist das einer der Höhepunkte überhaupt für einen Schauspieler. Dieses Heimspiel würde ich gerne einmal machen.“
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