17.10.2017, 10:01 Uhr

Award "Kriminalist 2017" in Wien

Kriminalistenehrung in Wien. (Foto: Ferdinand Germadnik)

Salzburger Ermittler zu den besten Kriminalisten des Jahres 2017 gekürt



Am 3. Oktober 2015 waren ein 28-jähriger Algerier und ein 34-jähriger Pakistani in einem Schlepperboot von der türkischen Küste aus aufgebrochen – gemeinsam mit 197 anderen Syrern, Irakern, Afghanen und Pakistani – um wenige Stunden später am Strand der griechischen Insel Kos zu landen.

In dieser „Reisegruppe“ befanden sich noch zwei Männer, die mit dem Algerier und dem Pakistani aus Syrien gemeinsam losgefahren waren.
Diese vier hatten einen gemeinsamen Auftrag: Terroranschläge in Europa zu verüben und so viele Menschen wie möglich zu töten. Zwei der vier Männer sollten am 13. November 2015 in allen westlichen Medien sein: Ahmad Al Mohammad und Mohammad Almahmod verübten in Paris einen Terroranschlag. Der Algerier und der Pakistani waren in Griechenland hängen geblieben. Ihre gefälschten Pässe waren Mitarbeitern der Einreisebehörde aufgefallen. Während die zwei späteren Attentäter Mohammad und Almahmod über die Balkanroute in Richtung Paris weitergereist waren, verbrachten die beiden anderen 25 Tage in Griechenland in Gewahrsam. Dann setzten sie ihre Reise nach Europa fort – ebenfalls über die Balkanroute. Schließlich kamen die beiden „Flüchtlinge“ in einer provisorisch zum Flüchtlings-Camp umgebauten Halle in Salzburg unter.

Terrorzelle aufgedeckt

Ein Hinweis machte Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz der Landespolizeidirektion Salzburg auf die beiden Männer aufmerksam. Als der Algerier und der Pakistani am 10. Dezember 2015 in der Flüchtlingshalle von Kriminalbeamten kontrolliert werden sollten, steckte einer der beiden einem anderen Flüchtling seine Geldbörse zu. Die Kriminalisten fanden diese auf und umfangreiche Ermittlungen der eigens dafür eingerichteten Gruppe aus Kriminalisten und Verfassungsschützern begannen zu laufen. Es folgten weitere Festnahmen mutmaßlicher Terroristen. Die beiden Verdächtigen wurden schließlich nach Frankreich ausgeliefert. Mitarbeiter der französischen Behörden waren beeindruckt von den Erkenntnissen der Polizisten aus Österreich. Die Beamten des Landesamtes für Verfassungsschutz der Landespolizeidirektion Salzburg hatten eine Terrorzelle aufgedeckt und verhinderten damit weitere Anschläge in Europa.

Text: LPD Salzburg
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