02.02.2018, 15:57 Uhr

Diese Brennessel brennt nicht, sondern tut gut

Große Freude über die "Die Brennnessel", v. li.: LFS Lehrer Peter Wirnsperger, LFS-Lehrerin Burgi Kaiser, Lungaus Leadermanager Georg Macheiner. (Foto: HARSON Robert)

Das Streuobstgarten-Projekt der LFS Tamsweg wurde mit "Der Brennnessel" – Österreichs größtem Naturschutzpreis – ausgezeichnet.

TAMSWEG. Die Landwirtschaftliche Fachschule (LFS) Tamsweg wurde mit Österreichs größtem Naturschutzpreis ausgezeichnet. Die Schule bekam den Preis "Die Brennnessel", der unter dem Motto "denn Naturschutz is ka gmahde Wiesn" steht, für das Projekt "Historischer Lungauer Schau-Streuobstgarten – Obst als ein Stück Kulturgut". Projektpartner der LFS Tamsweg sind der Obst- und Gartenbauverein Tamsweg und der Biosphärenpark Salzburger Lungau. Die LFS Tamsweg ist darüber hinaus die erste Schule des Landes Salzburg, deren Projekt über das EU-Leader-Programm gefördert wird.

Leute sollen wissen, wie ein Apfel aus dem Lungau schmeckt

"In dem Projekt geht es darum, heimische Kulturgüter zu erhalten", erklärt Burgi Kaiser, Lehrerin an der LFS Tamsweg, "und Streuobstgärten sind ein solches Kulturgut." Im Streuobstgarten der LFS Tamsweg werden alte Obstsorten des Lungaus und aus raueren Klimagebieten und Höhenlagen erhalten. So soll auch das Wissen darüber erhalten und weitergegeben geben. "Die ortsansässige Bevölkerung soll wieder wissen, wie ein Apfel aus dem Lungau schmeckt", betont Kaiser.

Spricht die menschlichen Sinne an

Ein Streuobstgarten führt mit seinen Sorten und Arten durch alle Jahreszeiten. "Man trifft auf ein Stück Natur von verschiedenen Düften, Tönen und Farben, auf eine Oase für Erholung und Gesundheit", beschreibt Kaiser die Wirkung des Gartens. Rund 25 Bäume werden bei diesem Projekt gepflanzt: darunter Rosmarinapfel, die Schafsnase, ein Winterrambour oder auch ein Roter Boskoop.

Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern

Der Obstgarten der LFS Tamsweg hat eine Fläche von knapp 2.000 Quadratmetern und ist von 300 Metern Zaun umgeben. Die Schülerinnen und Schüler errichten dabei sieben verschiedene Zaunarten, darunter Bänderzäune und Kreuzzäune, Pilotenzaun, Steinzaun und Girschtenzaun. Alle, bis auf einen, kommen ohne Nagel und Draht aus. Informationstafeln werden zukünftig dann auch Auskunft zu den Zaunarten und Obstbäumen geben.

Alte Handwerkstechniken beim Zaunbau

Umgesetzt wird das Projekt von den SchülerInnen selbst, aber auch freiwillige HelferInnen sind mit dabei. Der älteste ist Paul Schreilechner aus Mauterndorf mit über 80 Jahren. Beim Anlegen des Gartens und des Zaunes erlernen die SchülerInnen nebenbei auch alte Handwerkstechniken, wie zum Beispiel das Herstellen eines Holznagels, das "Bänder baahn" oder das "Girschten klieben". Beim "Bänder baahn" werden Ringe aus Lärchenästen im offenen Feuer gehärtet. Diese halten die Zaunstecken zusammen. Das "Girschten klieben" ist das händische Spalten von Brettern. Darüber hinaus wurde im Baukundeunterricht einen Pavillon errichtet, wobei versucht wird natürliche Materialien im und um den Hausgarten wieder vermehrt zu verwendet.

Ein Leuchtturmprojekt unter den Siegreichen

"Die Brennnessel" ist laut dem Landes-Medienzentrum (LMZ) Salzburg Österreichs größter Naturschutzpreis. Er wird von der Stiftung Blühendes Österreichs des Rewe-Konzerns vergeben. Für heuer wurden 200 Projekte eingereicht. 28 Projekte wurden prämiert, davon zwölf in der Kategorie Gemeinden, Nicht-Profit-Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen sowie 16 in der Kategorie Schule und Kindergarten. Die Jury bezeichnete laut dem LMZ das Projekt der LFS Tamsweg als "ein Leuchtturmprojekt unter den Einreichungen von Schulen".

Das erhalten die Prämierten und Projektanten:

Der Preis war ursprünglich mit 100.000 Euro dotiert. Aufgrund der Qualität und Anzahl der Einreichungen erhöhte die Stiftung die Summe auf 200.000 Euro. Neben dem Preisgeld von 5.000 bis 20.000 Euro je Projekt gibt es für die Gewinnerinnen und Gewinner auch eine naturschutzfachliche Betreuung und mediale Begleitung.

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