21.10.2014, 10:08 Uhr

Kompromisslose 72 Stunden

Victoria, Anna, Laura, Hannah und Andrea nähen 40 Taschen aus alter Kleidung und Textilien.

Drei Tage im Jahr schenken Victoria, Anna, Laura, Hannah und Andrea ihr Können den Bedürftigen.

Drei Nähmaschinen rattern, das Bügeleisen zischt, der Radio läuft und daneben lachen fünf Mädchen – so hört sich die größte Jugendsozialaktion Österreichs im Pongau an. "72 Stunden ohne Kompromiss“ – ein Projekt der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Ö3 – heißt die Aktion zu welcher sich Victoria, Anna, Laura, Hannah und Andrea aus Goldegg, Hüttschlag und St. Johann zusammengefunden haben.

Aus alt mach neu

Die Freundinnen überlegten lange, welche Aktion sie heuer unter dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Fairness leisten könnten. "Wir sammeln alte Kleidung und Textilien und verarbeiten diese zu Tragetaschen ", erklärt Victoria. Sie besucht das Gymnasium St. Ursula in Salzburg. Gemeinsam trugen die Mädchen alte Stoffe und Kleidung zusammen, zur Verfügung gestellt vom PAP-Laden Schwarzach und Baumann in St. Johann. "Nun schenken wir ihnen ein neues Leben", lacht Andrea vom Elisabethinum St. Johann.

"Etwas zurückgeben"

Warum sich die Mädchen an der Jugendsozialaktion beteiligen, ist für sie völlig klar: "Wir selbst haben alles, was wir brauchen. Wenigstens drei Tage im Jahr können wir uns um die Bedürfnisse anderer kümmern", sagt Victoria.

"Etwas zurückgeben"
Warum sich die Mädchen an der Jugendsozialaktion beteiligen, ist für sie völlig klar: "Wir selbst haben alles, was wir brauchen. Wenigstens drei Tage im Jahr können wir uns um die Bedürfnisse anderer kümmern", sagt Victoria.
An einer Tasche nähten die Mädchen ca. 45 Minuten. Rund 40 Stück davon verkauften sie an zwei Tagen in St. Johann und nahmen damit 300 Euro ein. Wem sie das Geld spenden wollen, wissen die Schülerinnen genau: "Am liebsten einer bedürftigen Familie aus unserer Region."

Zwei weitere Aktionen zu "72 Stunden ohne Kompromiss“ fanden im Pongau statt:

Die Raststation in Flachauwinkl/Salzburg ist eine der meistfrequentiertesten Autobahnraststätten in Österreich. Die TeilnehmerInnen schlüpften in die Rolle von Straßenkindern. Sie putzten Autoscheiben und Schuhe und informierten über die Situation von Straßenkindern in Brasilien. Die Spenden kommen einem "Jugend Eine Welt"-Projekt in Brasilien zugute.

FAIRkochen statt entsorgen

Im Laube Sozialmarkt können Menschen, die an der Armutsgrenze Leben, günstigst Lebensmittel erwerben. Diese Lebensmittel kommen von Supermärkten und können dort nicht mehr verkauft werden. Im Rahmen des Projekts haben die 72 Stunden-Teilnehmer gemeinsam mit Besuchern der Laube an einem Verpflegungsprojekt gearbeitet. Am Samstag wurden ca. 500 Besucher erwartet, die mit den Köstlichkeiten, welche die Jugendlichen zubereiteten, versorgten.
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