06.10.2014, 10:30 Uhr

"Unsere Schule muss offen bleiben"

Die Schüler der TSS Bischofshofen und ihre Lehrer wollen auf die Barrikaden steigen: "Wir geben nicht kampflos auf."
Lehrer, Schüler, Eltern und Gastronomen im Pongau laufen Sturm gegen die angekündigte Schließung der Tourismusschule Bischoshofen (TSS). Wie das Bezriksblatt berichtete, werden ab 2015 keine Schüler mehr aufgenommen. Ab 2019 läuft damit der Schulbetrieb an diesem Standort für immer aus. Gründe für die Schließung sind für die Wirtschaftskammer, die die vier Salzburger Tourismusschulen betreibt, die sinkenden Schülerzahlen (vor allem in der dreijährigen Fachschule), wie die Sanierungsbedürftigkeit von Schule und Internat.

33 Anmeldungen, 1,2 Millionen in Küche investiert

Diese Gründe halten die Lehrer für an den Haaren herbeigezogen. "Die dreijährige Fachschule ist schon seit letztem Jahr in Bad Hofgastein untergebracht. Für die fünfjährige Ausbildung hatten wir heuer noch 33 Anmeldungen", sagt Gerald Majer, Lehrer an der TSS. Auch die besagten Sanieungskosten von fünf Millionen Euro, will der Lehrer so nicht stehen lassen: "Im Schulhaus müssten nur die Fenster ausgetauscht werden und im Internat braucht es neue Sanitäranlagen." Als Farce empfindet man auch die 1,2 Millionen Euro, die in den letzten drei Jahren in die Schule investiert wurden. "Unsere Lehrküche ist die modernste aller Tourismusschulen", sagt Kochlehrer Helmut Möstl und fragt sich: "Wozu wurde diese enorme Investition noch getätigt?"

Negative Prognose

Bei Geschäftsführer Leonhard Wörndl, gehen in der letzten Woche zig Mails von Betroffenen ein, in denen er sich mit ähnlichen Argumenten konfrontiert sieht: "Auch wenn wir die Investitionskosten halbieren, ist die TSS Bischofshofen einfach nicht mehr konkurrenzfähig. Die Schülerzahlen gehen zurück und die Ausbildung ohne Matura ist nicht mehr In. Langfristige Prognosen zeigen, dass der Standort B'hofen nicht mehr gehalten werden kann."

Zentrale Lage spricht für B'hofen

Dass es gerade den Standort B'hofen trifft, können Eltern und Gastronomen nicht verstehen. "Die Lage ist ideal. Mit Zug und Citybus können auch Schüler mit weiterer Anreise ohne Internatsplatz auskommen. Das ist in Hofgastein nicht möglich", sagt Maria Hofer, die bereits zwei Kinder in der TSS B'hofen geschickt hat. "Der Praxisbezug ist in keiner anderen Tourismusschule höher", gibt Hotelier Peter Hettegger (Hotel Edelweiß, Großarl) zu bedenken.

"Wir verlieren den Nachwuchs"

Dass alle potentiellen Schüler in anderen TSS unterkommen, glaubt in Bischofshofen niemand: "Wegen der Lage und finanzieller Faktoren kommen die anderen TSS für viele Eltern nicht in Frage. Diese Schüler werden wir in der Gastronomie für immer verlieren", prognostiziert Lehrer Majer. "Ein großer Verlust für den tourismusstarken Pongau", pflichtet AMS-Leiter Thomas Burgstaller bei.

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