28.11.2017, 05:00 Uhr

"Bessere Luft, weniger Lärm und mehr Wildblumen"

Einhausung bei Zederhaus im Lungau: der Naturschutz des Landes hat im Zuge des Tunnelbaus rund drei Hektar der neu gestalteten Flächen mit Wildblumensaatgut eingesät. (Foto: Land Salzburg/Günter Jaritz)

LH-Stv. Rössler freut sich: "Einhausung bei Zederhaus im Lungau wirkt dreifach."

ZEDERHAUS. Seit März 2017 verschwindet die Tauernautobahn bei Zederhaus in einem eineinhalb Kilometer langen Tunnel. Im Frühling wurden die Arbeiten an der Einhausung nämlich abgeschlossen. Seitdem fließt der Verkehr ohne Lärmbelastung am Ortskern vorbei, wie LH-Stv. Astrid Rössler in einer Mitteilung des Landes-Medienzentrums in Erinnerung ruft.

Weniger Schadstoffbelastung

Doch nicht nur der Lärm sei spürbar weniger geworden, auch die von der Autobahn ausgehende Schadstoffbelastung seien drastisch reduziert worden. Die mittlere Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) sei laut der LMZ-Mitteiliung durch die Einhausung um rund 40 Prozent verringert worden. Trotz deutlicher Zunahme des Urlauberreiseverkehrs mit plus sieben Prozent im heurigen Sommer sei der Sommermittelwert von Stickstoffdioxid noch nie so niedrig gewesen, wie seit Beginn der Messungen im Jahr 2000. Die mittlere NO2-Konzentration von April bis Oktober liege nun in Zederhaus mit 19 Mikrogramm pro Kubikmeter deutlich unter dem sehr strengen Grenzwert für Kurorte (30 µg/m³).


"Wild und kultiviert - Regionale Vielfalt säen"

"Mit der Einhausung ist es uns nicht nur gelungen die Luftschadstoffe und den Lärm zu mindern, der Naturschutz des Landes hat auch im Zuge des Tunnelbaus rund drei Hektar der neu gestalteten Flächen mit Wildblumensaatgut eingesät", freut sich Umwelt- und Naturschutzreferentin LH-Stv. Astrid Rössler. "Die neu geschaffenen artenreichen Bergmähwiesen und Magerwiesen tragen durch ihre kleinklimatische Regulationsfunktion zu einer Aufwertung des unmittelbaren Lebensumfelds der Zederhauser Bevölkerung bei und sind natürlich auch wunderbar anzusehen. Sie steigern die Umwelt‐ und Lebensqualität von Siedlungsräumen und sind ein aktiver Beitrag zum Biodiversitätsschutz", führt die Grünen-Politikerin aus.
Die Aussaat erfolgte im Rahmen des Interreg-Projektes "Wild und kultiviert - Regionale Vielfalt säen". Hierbei wird – so berichtet es das LMZ – im Lungau gesammeltes regionales Wiesensaat aus regionalen Wildbeständen gewonnen und wieder in der Region ausgebracht. Im Sinne eines proaktiven, vorausschauenden Naturschutzes werden so Ökotypenmischungen selten gewordener Wiesengesellschaften Salzburgs erhalten und gefördert.

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