15.10.2017, 15:00 Uhr

Großer Gewinner im Lungau ist die FPÖ; stimmenstärkste Kraft bleibt die ÖVP

Das war die finale Wahlwerbungs-Offensive der wahlwerbenden Gruppierungen beim Kreisverkehr in Tamsweg. Ein Plakat lag am Boden; ein anderes (2. v. re.) war keiner wahlwerbenden Partei oder Liste zuzuordnen.

Nationalratswahl 2017: nach vorläufigem Wahlergebnis und ohne die ausgezählten Wahlkarten/Briefwahlstimmen legt die FPÖ im Lungau um mehr als neun Prozent zu. Großer Verlierer sind "Die Grünen", die fast sieben Prozent weniger verbuchten. Die an Stimmen stärkste Partei bleibt nach wie vor die ÖVP.

LUNGAU. In allen 15 Gemeinden im Lungau sind die heute abgegeben Stimmen nun ausgezählt. Großer Gewinner im Lungau nach dem vorläufigem Wahlergebniss ohne die Briefwähler-/-Wahlkarten-Stimmen, die erst morgen ausgezählt werden, ist nach derzeitigen Erkenntnissen die FPÖ.

FPÖ gewinnt mehr als neun Prozent dazu

Gegenüber der Nationalratswahl 2013 können die Freiheitlichen 9,1 Prozent auf heute 34,04 Prozent zulegen. In allen 15 Gemeinden steht bei der FPÖ ein Plus vor den Prozentpunkten. Am meisten Stimmen gewinnen konnte die FPÖ im Lungau in Sankt Andrä (+14 Prozent), in Lessach (+12,5 Prozent), in Sankt Michael (+11,7 Prozent), in Ramingstein (+10,3 Prozent) und in Zederhaus (+9,8 Prozent). Die Hochburgen der FPÖ im Lungau sind Thomatal (43,3 Prozent) und Muhr (42 Prozent).

ÖVP legt rund sechs Prozentpunkte zu

Stimmen gewinnen konnte im Lungau heute auch die ÖVP, die ein rund sechs prozentiges Plus (+5,7 Prozent) verzeichnet und nach derzeitigem Stand 39,25 Prozent der Stimmen erhalten hat. Auch bei der ÖVP gab es in allen 15 Lungauer Gemeinden nach dem vorläufigem  Wahlergebnis ein Plus. Die ÖVP-Hochburg im Lungau ist Zederhaus (48,9 Prozent) gefolgt von Göriach (46,6 Prozent) und Lessach (46,3 Prozent).

SPÖ fährt in Ramingstein ihr bestes Ergebnis ein

Die SPÖ verliert im Lungau gegenüber der Wahl 2013 in allen Gemeinden heute in etwa vier Prozent (-3,7 Prozent) und bekommt diesmal 18,58 Prozent der Stimmen im Lungau. Den größten Vertrauensverlust gaben den Sozialdemokraten übrigens die Sankt Andräer mit -9,8 Prozent sowie die Sankt Margarethener mit -8,1 Prozent und die Lessacher mit -8 Prozent.
Die rote Hochburg ist nach dem vorläufigem Ergebnis im Lungau die Gemeinde Ramingstein, wo 27,7 Prozent der WählerInnen die SPÖ ankreuzte, wobei gesagt werden muss, dass die Sozialdemokraten hier trotzdem nur den dritten Platz hinter FPÖ und ÖVP belegen. Die SPÖ wählten – schaut man sich im Lungau-Ranking die Reihung weiter an – in Sankt Margarethen 22,7 Prozent, in Weißpriach 22,2 Prozent.

Die Grünen stürzen ab

Abgestürzt sind im Lungau "Die Grünen", die 6,6 Prozent verlieren und nur von 1,45 Prozent der Lungauerinnen und Lungauer heute gewählt wurden. Ein interessantes Detail: die Gemeinde Muhr ist die einzige Kommune, in der "Die Grünen" auf null Prozent der Stimmen kommen, was heißt, dass in Muhr keine(r) grün gewählt hat heute. Die meisten Grün-Wähler nach Prozenten gab es in Thomatal (2,9 Prozent)

Neos legen leicht zu

Die Neos können einen leichten Prozentzuwachs gegenüber dem Antreten im Nationalratswahl-Jahr 2013 verzeichnen und kommen nach derzeitigem Stand auf 3,51 Prozent der Stimmen. Am meisten Zuspruch im Lungau bekamen die Neos in der Gemeinden Mariapfarr mit 5,8 Prozent der Stimmen, gefolgt von Tweng mit 5,4 Prozent.

Eher geringes Interesse an Pilz

Die Liste Pilz (Peter Pilz) kommt im Lungau bei ihrem ersten Antreten bei einer Nationalratswahl nach vorläufigem Ergebnis auf 1,8 Prozent der Stimmen. Am meisten Zuspruch erntete Pilz in Lessach (3 Prozent), in Mauterndorf (2,7 Prozent), in Mariapfarr (2,5 Prozent) und in Tamsweg mit 2,2 Prozent.

Sonstige

Auf sonstige wahlwerbende Gruppen entfallen 1,3 Prozent der Stimmen im Lungau.

Tatsächlicher Auszählungsstand im Lungau

Das sind nun die Wahlergebnisse im Lungau (Bezirk Tamsweg) – die Grafik zeigt ab 17 Uhr den tatsächlichen Auszählungsstand (keine Hochrechnung):




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16.222 waren wahlberechtigt

Im Bezirk Tamsweg (Lungau) waren bei der heutigen Nationalratswahl, am 15. Oktober 2017, 16.222 Personen wahlberechtigt; mehr Frauen als Männer – nämlich 8.238 – durften ihre Stimme abgeben; bei den Männern waren 7.984 wahlberechtigt. 15,1 Prozent der Wahlberechtigten hatten im Lungau eine Wahlkarte beantragt: in absoluten Zahlen waren das 2.456 Personen, die per Wahlkarte wählen wollten.

Am Montag werden Briefwahl-Stimmen ausgezählt

Laut dem Landes-Medienzentrum (LMZ) Salzburg, werden jene Stimmen, die per Briefwahl abgegeben werden, erst morgen, Montag, ausgezählt und sind im vorläufigen Ergebnis, das heute, am Sonntag, 15. Oktober, am Abend feststeht, nicht enthalten. Am Montag, 16. Oktober, soll am Abend ein vorläufiges Ergebnis einschließlich der Briefwahlstimmen verlautbart werden; am Donnerstag, 19. Oktober, sollen noch jene Wahlkartenstimmen dazu kommen, die in einem fremden Regionalwahlkreis abgegeben wurden. Erst dann werde laut LMZ das endgültige Ergebnis der Nationalratswahl 2017 feststehen.
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