10.11.2016, 16:26 Uhr

Martini-Gansl mit gutem Gewissen genießen

Schauen Sie, was auf Ihrem Teller landet; denn so eine Herkunft, wie sie H. Haslwanter (ÖTV) schildert, wollen Sie doch sicher vermeiden: „Mastgänse werden meist in körperenge Käfige gesperrt, denn Bewegung bremst das Leberwachstum. Dann wird den armen Kreaturen über 21 Tage bis zu drei Mal täglich ein langes Metallrohr in den Hals gerammt und dabei rund ein Kilo Maisbrei in den Magen gepumpt. Halsverletzungen, Knochenbrüche und andere Qualen nimmt man für die billige Fleischproduktion bewusst in Kauf." (Foto: Symbolfoto: RMA/MEV-Verlag, Germany/Creativstudio)

Komplett auf Gänsefleisch – etwa auf das Martini-Gansl oder die Weihnachtsgans – zu verzichten sei laut dem ÖTV der sicherste Weg, um Tierleid zu minimieren; ansonsten auf die Herkunft bzw. Haltung (z. B. Biofleisch) achten.

ÖSTERREICH. Über 80 Prozent der in Österreich verzehrten Gänse würden nicht die vom Gesetzgeber geforderten Qualitätsstandards erfüllen, so der Hinweis des Österreichischen Tierschutzverein (ÖTV) in einer heutigen Pressemitteilung zum Thema Martini-Gansl bzw. Weihnachtsgans. Aufgrund einer Gesetzeslücke seien dem Import (vorwiegend aus Frankreich, Ungarn, Polen etc.) für Gastronomie und Handel Tür und Tor geöffnet, so der ÖTV weiter. Somit würden die meisten ÖsterreicherInnen Fleisch konsumieren, dessen Produktion im Inland höchst illegal wäre. Der Österreichische Tierschutzverein ruft daher auf: Eine Kennzeichnung hinsichtlich Herkunft und Haltungsart solle verpflichtend für Gastronomie und Handel eingeführt werden!

Halsverletzungen, Knochenbrüche und andere Qualen...

„Mastgänse werden meist in körperenge Käfige gesperrt, denn Bewegung bremst das Leberwachstum. Dann wird den armen Kreaturen über 21 Tage bis zu drei Mal täglich ein langes Metallrohr in den Hals gerammt und dabei rund ein Kilo Maisbrei in den Magen gepumpt. Halsverletzungen, Knochenbrüche und andere Qualen nimmt man für die billige Fleischproduktion bewusst in Kauf“, ist Harald Haslwanter vom Österreichischen Tierschutzverein, entsetzt.

Was kann der Konsument gegen tierquälerische Gänsemast tun?

Komplett auf Gänsefleisch zu verzichten sei laut dem ÖTV der sicherste Weg, um Tierleid zu minimieren. Wer aber dennoch Gans am Speiseplan haben möchte, dem sei geraten, genau auf die Herkunft zu achten.
Biofleisch von Weidegänsen oder Tieren aus Freilandhaltung werde überwiegend im Ganzen verkauft. Das könne man als verlässliches Qualitätsmerkmal werten, so der ÖTV-Hinweis. Gänseteile (Brust oder Keule) aus dem Supermarkt würden laut ÖTV mit hoher Wahrscheinlichkeit von Mastgänsen stammen. Sie seien sozusagen „Abfallprodukte“ bei der Produktion der Stopfleber und würden ebenso „wirtschaftlich verwertet“ werden.

In Restaurant konkret nach Herkunft fragen

Im Restaurant rät der ÖTV nach der Herkunft des Gänsefleischs zu fragen. "Wenn der Wirt offen erklärt, woher die Gans auf Ihrem Teller stammt, können Sie beruhigt speisen. Ansonsten verzichten Sie besser auf den zweifelhaften Genuss", so der Hinweis in der Pressemitteilung des ÖTV.
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Peter Würti aus Pinzgau | 13.11.2016 | 16:27   Melden
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