13.03.2018, 12:59 Uhr

Trotz der Mega-Katastrophe stießen die Einsatzkräfte nie an ihre Grenzen

Das "Zeugnis" für die Bezirkshauptmannschaft Tamsweg und alle Beteiligten bei der Groß-Katastrophenübung mit hoher Komplexität fällt gut aus.

TAMSWEG. In den Besprechungszimmern und Gängen der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg wimmelt es wie in einem Bienenstock. Es herrscht reger Betrieb, ein Kommen und Gehen; hier eine wichtige Information, dort eine wichtig Anweisung. Trotz dieses Geschehens sind die die Frauen und Männer, die an einer groß angelegten Katastrophenübung teilnehmen ruhig und gefasst. Auch Übungsleiter Markus Kurcz zeigt sich bei einer Zwischenbesprechung höchst erstaunt, über die komplette Beherrschung sämtlicher gestellten Problemfelder, die den Teilnehmern bei Mega-Katastrophenübung im Lungau gestellt werden. All das war geschehen zwischen Dienstag und Donnerstag letzter Woche.

Das Übungsszenario

Es war eine fatale Konstellation an Naturkatastrophen, die in einem 150 Seiten starken Drehbuch für diese Großübung, deren Einsatzleiterin Bezirkshauptfrau Michaela Rohrmoser war, festgehalten war: Eisregen, Hochwasser, Lawinen und ein Föhnsturm hielten die rund 50 Übungsteilnehmerinnen und -teilnehmer von Bezirkshauptmannschaft, Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz, Bergrettung, Österreichischem Bundesheer und Land Salzburg drei Tage lang auf Trab. Insgesamt mussten 22 fiktive Einsatzstellen im ganzen Lungau "abgearbeitet" werden. Bei der so genannten Stabsrahmenübung warteten auf die Teilnehmer viele überraschende Herausforderungen wie Brände und Evakuierungen. Außerdem mussten in Echtzeit fingierte Anrufe und Anfragen von Medienvertretern, Bürgermeistern, Einsatzeinheiten et cetera abgehandelt und beantwortet werden.

Größte Übung seit langem

„Eine der größten Übungen dieser Art der vergangenen zehn Jahre. Drei Wellen von extremen Wetterphänomenen treffen den Lungau, eine schwierige, aber durchaus realistische Übungsannahme“, beschreibt Markus Kurcz, Übungsleiter und Katastrophenreferent des Landes Salzburg.  Bernhard Niedermoser von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), der das Wetter für die Szenarien sozusagen kreiert hat, bestätigt: „Zuerst tiefe Temperaturen, gefrorene Böden, dann Tauwetter, Eisregen, Lawinen, Überflutungen, Föhnsturm. Da kommt zwar viel zusammen, aber es ist durchaus möglich, dass den Lungau so eine Konstellation trifft.“

Sehr positives Fazit

Für den schlimmsten Fall gut vorbereitet" lautete schlussendlich die Bilanz. Die Teilnehmer stießen trotz komplizierter Szenarien nie wirklich an ihre Grenzen. "Gemeinsam sind wir im Ereignisfall gut gerüstet. Wir können den Lungauern schnell und effizient helfen", freute sich Bezirkshauptfrau Michaela Rohrmoser. "Beeindruckend wie sachlich und nüchtern 'Katastrophen' bestmöglich abgearbeitet werden, ohne dass man in Panik verfällt. Und es hat sich gezeigt, dass es eigentlich für jeden entstandenen Schaden einen Lösungsansatz gibt. Wichtig war auch der persönliche Kontakt zu jenen Menschen im Stab, die dann eine Krise im Ernstfall real bewältigen müssen", so Meterologe Bernhard Niedermoser. Zwei Jahre lang wurde die Großübung für den Lungau geplant. Sie soll nun für bundesweite Ausbildungen als wichtiges Lehrbeispiel dienen

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