Neunerhaus
Jubiläum für das Gesundheitszentrum

Seit einem Jahr werden im Gesundheitszentrum Menschen unbürokratisch behandelt.
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  • Seit einem Jahr werden im Gesundheitszentrum Menschen unbürokratisch behandelt.
  • Foto: Christoph Liebentritt/neunerhaus
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Das neunerhaus Gesundheitszentrum öffnete vor einem Jahr. Seither hat sich so einiges getan.

MARGARETEN. "Hier werde ich wie ein Mensch behandelt und bekomme keine Vorwürfe zu hören", sagt Sandra. Sie kommt regelmäßig ins neunerhaus Gesundheitszentrum.

In der Margaretenstraße 166 werden obdachlose und nicht-versicherte Menschen ärztlich betreut. In Sandras Fall geht es um die Zähne. "Ich habe wahnsinnige Zahnarzt-Angst, bekomme richtig Panik", erzählt sie. "Aber hier begegnet man mir auf Augenhöhe, schaut nicht auf mich hinab."
Helmut pflichtet ihr bei. Auch er ist häufig im Gesundheitszentrum, meist gemeinsam mit seinem Hund. Denn auch für die tierärztliche Versorgung ist Raum im neunerhaus. "Ich bin seit Jahren gerne hier", berichtet er. "Hier wird mir die Angst genommen und ich werde zu nichts gezwungen."

Preis für Videodolmetsch

Sandra und Helmut sind nur Beispiele für zahlreiche Nutzer des Zentrums. Im vergangenen Jahr wurden 4.873 Menschen versorgt und beraten. Dank dem Videodolmetsch spricht das neunerhaus 45 Sprachen – dafür gab es in diesem Jahr sogar den Wiener Gesundheitspreis.

Immer wieder macht das Zentrum mit Aktionen auf sich aufmerksam – sei es ein Haarschneide-Event mit den Barber Angels oder Veranstaltungen im neunerhaus Café. Doch im Fokus steht natürlich die Gesundheit. "Die Menschen haben hier kostenlosen Zugang zu niederschwelliger und interdisziplinärer Gesundheitsversorgung", versichert Geschäftsführerin Elisabeth Hammer. Interdisziplinär – das bedeutet, Zahnärzte sind hier ebenso tätig wie Allgemeinmediziner und Sozialarbeiter.

Geld- und Sachspenden

Um alle zusammenzubringen, sind die Räume groß, hell und freundlich. "Das ist uns wichtig und ist auch ein Statement", so Stephan Gremmel, ärztlicher Leiter. Er führt die bz durch die Räumlichkeiten.

Neben den Behandlungsräumen gibt es noch ein Zimmer für die akute Wundversorgung und eine Dusche. "Dann können unserer Patienten den Arztbesuch auch mit der Körperhygiene verbinden", so Gremmel. Das Interieur stammt Großteils von Sach- und Geldspenden, das neunerhaus wird allerdings auch vom Fonds Soziales Wien, der Wiener Gebietskrankenkasse und durch Kooperationen finanziert.

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