09.02.2018, 09:43 Uhr

Auf Geisterjagd mit den Vienna Ghosthunters im Rainergymnasium

Kasper versucht, Geräusche aus dem Jenseits zu empfangen.

Im Rahmen der Projekttage gingen die Vienna Ghosthunters mit Schülern auf die Suche nach Gespenstern - auf dem Dachboden der Schule.

MARGARETEN. Der aufgewirbelte Staub kratzt im Hals, was keiner der 25 Schüler zu merken scheint. Zu aufgeregt sausen die Gymnasiasten durch die Flucht an Dachböden über ihren Klassen, bewaffnet mit Mikrofonen, Handycams und Fotoapparaten. Auch Wilhelm Gabler, Chef der Vienna Ghosthunters und von den Schülern ehrfürchtig mit "Herr Geisterjäger" angesprochen, zeigt sich euphorisch: "Ich hätte nicht gedacht, dass wir hier auf dem Dachboden sofort einen Geist finden!"

Doch das Schulgespenst der Rainergasse trat sofort mit den Schülern in Kontakt und beantwortete sogar die Frage "Wie alt bist du?" mit einem deutlichen "17". Zwar ist die Freude über die geglückte Suche groß, doch ein Gruseln kann sogar dem Lehrer Christian Jordan aufgrund seines eingefrorenen Lächelns unterstellt werden. "Ich habe schon ein bißchen Angst", gibt Ana ehrlich zu, während Kollege Samuel mit "Was jetzt nicht erklärbar ist, erklären wir später" eindeutig die Naturwissenschaft dem Spiritismus vorzieht. Und wissenschaftlich hat der Schultag begonnen.

Wissenschaftliche Ausrüstung

Nachdem Lehrer Christian Jordan im Radio einen Bericht über die Vienna Ghosthunters gehört hatte, lud er Wilhelm Gabler samt Kollegen für die Projekttage der Schule ein. "Der Andrang war enorm, es haben nicht alle Schüler, die teilnehmen wollten, einen Platz in diesem Projekt bekommen", so Jordan, der zwar nicht an Geister glaubt, aber doch "manchmal so Momente" einräumt.

Mit dem Acht-Uhr-Läuten nehmen die Schüler der 3. und 4. Klassen ihre Plätze ein und folgen auffallend konzentriert Gablers Erklärungen. "Meist sind Spukerscheinungen wissenschaftlich erklärbar. So können etwa ein defektes Stromkabel oder ein nicht entlüftetes Heizungsrohr Geräusche hervorrufen, die von Menschen als Spuk interpretiert werden." Nach Bildern von bisherigen Geistersuchen auf Friedhöfen und in verlassenen Gebäuden erklären Gabler und Ghosthunter Claudia und Dominik den Kindern die vielen Geräte, die fein säuberlich vor dem Lehrertisch aufgereiht sind. "Mit den Kameras machen wir Fotos und werten diese am Computer aus. Mit Glück sieht man nebelige Umrisse von Verstorbenen", erklärt Gabler den gebannt lauschenden Kindern. "Mit den Tonbandgeräten nehmen wir unsere Fragen an die Geister auf. Wenn es eine Antwort gibt, ist sie nach der Frage auf dem Tonband zu hören."

Suche am Dachboden

Ehe sich Unruhe im Klassenzimmer breit macht, wird mit der Suche am Dachboden begonnen. Die Schüler werden in drei Gruppen geteilt, Claudia übernimmt die Fotogruppe, Dominik die Videogruppe und Wilhelm verteilt seine Audioaufnahmegeräte an die umstehenden Schüler. Und die fackeln nicht lange: "Ist in der Schule schon einmal jemand gestorben?" Zwar wird die antwortende Mädchenstimme "Weiß nicht" nicht von allen Umstehenden eindeutig aus den raschelnden Anoraks herausgehört, doch der "nächste Geist" spricht deutlicher. "Ist die Schule schon einmal beschädigt worden?", fragt Jan und erhält umgehend ein "Nein." Das Erstaunen wird von einem Schrei unterbrochen: "Da oben ist ein weißes Gesicht!", ist sich Anastasia einen Raum weiter sicher und versucht, die Erscheinung mit ihrer Kamera einzufangen. Zu spät - kein Nebel ist auf dem Display zu erkennen. "Vielleicht haben Frauen einen besseren Zugang, immerhin werden wir zu neunzig Prozent von Frauen gerufen", erklärt Claudia. "Männer sind dem Thema gegenüber eher negativ einstellt."

Eine Erfahrung, die im Rainergymnasium bestätigt wird. "Wer will einmal Geisterjäger werden?", fragt Wilhelm beim Absammeln der Geräte. Während vier Mädchen aufzeigen und weitere "Ich" rufen, lächeln ihre männlichen Kollegen skeptisch. "Ein Geist ist kein weißes Ding, eher eine Energie", klärt Samuel auf. "Ich glaube schon, dass es irgendwas gibt", widerspricht Dominik. Und dieses "Irgendwas" ist 17 Jahre alt und wohnt am Dachboden der Schule - auch wenn sich Professor Jordan am Ende des Tages nicht überzeugt zeigt. "Aber interessant war es trotzdem!"

Alle Infos über die Vienna Ghosthunters finden Sie hier.
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