30.06.2017, 16:39 Uhr

Hochbeete ohne Gießkanne

Clevere Technologie: Robert Veselka vor dem frisch bepflanzten, denkenden Hochbeet im Karlsgarten.

Das Margaretner Start-up "Smartgreen Solutions" hat selbstgießende Beete entwickelt.

MARGARETEN. Ein "denkendes Beet", das sich bei Bedarf selbst gießt – klingt wie ein Märchen, ist aber in Wien bereits Wirklichkeit. Im Vorjahr startete das Margaretner Start-up "Smartgreen Solutions" mit dem ersten Prototyp im Karlsgarten. "Wir haben im letzten Herbst eine riesige Menge Kräuter und Gemüse geerntet. Unser smartes Hochbeet hat somit den Praxistest bestanden", erinnert sich "Smartgreen"-Mitbegründer Robert Veselka. Im Februar 2017 war Firmengründung – und das zwei mal ein Meter große Hochbeet aus hochwertigem Lärchenholz ging mit großem Erfolg in Produktion.

Die Idee für ein "denkendes" Hochbeet kam dem Softwareentwickler durch ein privates Problem vor zwei Jahren: "Ich wollte auf meiner Terrasse Pflanzen aber mich nicht ständig um das Gießen kümmern. Die Lösung: ein Wassertank, der unabhängig von einer Wasserleitung und einer Steckdose für die Stromzufuhr der benötigten Pumpe funktioniert. Die Energie für den Strom kommt über ein Sonnenpaneel."

Urbane Landwirtschaft

Doch woher weiß der Wassertank, welches Wetter es hat und ob viel oder wenig gegossen werden muss? "Ohne clevere Rechentechnik wäre das unmöglich. Tendenziell wird ja eher zu viel gegossen als zu wenig", erklärt der Fachmann. Rund 400 Liter Wasser würden für ein vergleichbares Hochbeet in einer Saison durch Gießen benötigt. "Unser Smartbeet dagegen kommt in einer Saison mit 40 Liter Wasser aus. Es geht uns darum, überall verfügbar eine urbane Landwirtschaft im Kleinen zu ermöglichen und mit den dafür benötigten Rohstoffen verantwortungsvoll umzugehen."

Vollautomatische Hochbeete
Ein energiesparsamer Mikrocontroller misst laufend die Feuchtigkeit der Erde und steuert so die Bewässerung des Hochbeetes vollautomatisch. Mit dem Internet verbunden, kennt die Steuerung die aktuelle Wetterprognose und passt die Bewässerung entsprechend an. Das Smartphone dient dem Benutzer als Klimamonitor und informiert ihn, wenn sein Eingreifen nötig wird.

Derzeit arbeitet "Smartgreen Solutions" an einer Terrassenbegrünung für ein großes Unternehmen, bei dem 19 Hochbeete und zwei Smarttische errichtet werden. "An den Tischen können dann acht bis zehn Leute sitzen. In der Mitte wachsen Kräuter, die man gleich zum Essen frisch pflücken kann", so Robert Veselka.

Übrigens: Die smarten Hochbeete eignen sich auch für den Indoor-Einsatz. 2018 sollen in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur "denkende grüne Wände" für eine Schule im 7. Bezirk entstehen. "Dafür tüfteln wir noch im kommenden Winter an der Datenaufbereitung und technischen Realisierung."

Alle Infos unter smartgreen.at/smartbeet
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