08.01.2018, 11:09 Uhr

Schlaflos in der Gassergasse: Lärm der Zuggleiskörper hält Anrainer wach

Seit 28 Jahren wohnt Michael Matzinger in der Gassergasse. Seit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofes klagt er über eine Lärmbelästigung, die vom Gleiskörper ausgeht. (Foto: Maly)

Bewohner des Grätzels unterhalb des Margaretengürtels klagen über ungewohnte Töne. Nun soll der Lärm gemessen werden.

MARGARETEN. Dass Fortschritt nicht automatisch eine Verbesserung der Lebensqualität bedeutet, beweisen lärmgeplagte Anrainer in Gürtelnähe. "Seitdem der Hauptbahnhof eröffnet wurde, leiden wir unter einer enormen Lärmbelästigung", klagt Michael Matzinger aus der Gassergasse. "Ich wohne seit 28 Jahren hier und zu Zeiten des Südbahnhofes gab es diesen Lärm nicht. Besonders schlimm ist es in der Nacht, wenn man schlafen möchte."

Doch nicht das Fahrgeräusch vorbeifahrende Züge sind es, die Matzinger und seiner Familie den Schlaf rauben, sondern ein Knirschen, das den Gleisen zugeordnet werden kann. "Besonders bei Hitzewellen im Sommer ist es unangenehm. Mit offenem Fenster kann man seit ein paar Jahren nicht mehr schlafen."

Lärmmessung beantragt

Zusätzlich zu dem Knirschen vibrieren die Fenster in Matzingers Wohnung in der Gassergasse - auch diese Erschütterungen gab es vor der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofes im Dezember 2012 nicht. Um Schritte gegen die Belästigung zu setzen, wandte sich Matzinger an Alexander Maly, Klubobmann der ÖVP Margareten. "Ich wohne ebenfalls in Gürtelnähe und kann bestätigen, dass der Lärm wirklich schlimmer geworden ist. Es handelt sich nicht um normale Zugfahrgeräusche, sondern um ganz hohe Metallgeräusche. Es klingt, als ob Metall an Metall reibt", erklärt Maly den Lärmteppich, der für ihn nicht neu ist. "Seit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofes haben sich diese Geräusche verschlimmert. Daher heben wir bereits 2016 einen Antrag im Bezirksparlament gestellt, eine Lärmmessung am Gürtel durchzuführen." 

Dieser Antrag wurde abgelehnt, jedoch ein neuerlicher bei der Bezirksvertretungssitzung Ende Dezember 2017 angenommen. Ist der Lärm nachgewiesen und erhoben, kann an der Behebung gearbeitet werden. Maly tippt auf einen Verschleiß der Schienen, der für das hohe Quietschen verantwortlich ist. "Ich hoffe, dass sich die ÖBB und Experten der zuständigen Magistratsabteilung 22 für Umweltschutz der Sache annehmen. Falls es sich, wie von mir als Laie vermutet, um eine Abnutzung der Schienen handelt, wünsche ich mir eine rasche, fechgerechte Sanierung."

Ein genauer Termin für die Lärmmessung durch die MA 22 steht noch nicht fest, der Antrag zur Lärmmessung am Gürtel zwischen Matzleinsdorfer Paltz und der Blechturmgasse wurde vom Bezirksparlament dem Umweltausschuß zugewiesen. "Ich rechne damit, dass die Lärmmessung noch im Jänner zur Diskussion gebracht wird", zeigt sich Maly optimistisch.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.