09.03.2017, 08:15 Uhr

Viktor-Christ-Gasse : Die Anarchie der Autobusse

Auch eine Fahrt gegen die Einbahn kann vorkommen. (Foto: Privat)

Reisebusse, die Touristen zu einem Souvenierladen, sorgen für Aufregung.

MARGARETEN. Autobusse, die sich im Herzen von Maragreten durch die engen Gassen rund um die Neue Mittelschule in der Viktor-Christ-Gasse schlängeln, in zweiter Spur halten und es auch mit der Einbahnregelung nicht immer so genau nehmen. Was unglaubwürdig klingt, wurde von einer Anrainerin mit Fotos über einen Zeitraum von zwei Jahren dokumentiert.

"Es ist schrecklich. Täglich kommen - je nach Jahreszeit - zwischen zehn und dreißig Busse. Sogar am Samstag und Sonntag", klagt die Bewohnerin der Viktor-Christ-Gasse, die anonym belben möchte.

Busse warten fahrend

Ziel der Autobusse ist ein Souveniergeschäft an der Ecke Viktor-Christ-Gasse/Ramperstorffergasse. Der Laden eines chinesischen Eigentümers wird regelmäßig mit Touristen "beliefert". Zum Ein- und Aussteigen halten die Busse in zweiter Spur - notgedrungen, da die Haltezone vor dem Geschäft bereits von anderen Bussen belegt ist. Während die Besucher eine halbe Stunde Zeit haben, sich mit Mitbringseln aus Wien einzudecken, müssen die Fahrer mit ihren riesigen Reisebussen im Grätzel kreisen.

Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass auch gegen die Einbahn gefahren oder auf dem Zebrastreifen vor der Mittelschule eine kurze Pause eingelegt wird. "Im Sommer kann kaum gelüftet werden. Es stinkt nach Abgasen und in den engen Gassen müssen die Busse oftmals laut piepsend zurückschieben, um um eine Ecke zu kommen. Dieser Zustand ist untragbar!"

Anfrage an Innenminister

Hilfe bekommt die Anrainerin von der FPÖ-Margareten. "Ich kenne dieses Problem und es wurde auch schon so oft an uns herangetreten, dass wir bei der kommenden Bezirksvertretungssitzung am 14. März einen entsprechenden Antrag im Bezirksparlament einbringen werden", so Klubobmann Fritz Simhandl zur bz. "Auch stellt die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein eine Anfrage beim Innenminister, wie viele Anzeigen es für die Reisebusse hier bereits gibt."

Und Anzeigen muss es in der Tat genug geben, befindet sich doch die Polizeiinspektion Viktor-Christ-Gasse gegenüber des Souvenierladens. Dort hat die geplagte Anrainerin bereits mehrmals auf das Buschaos hingewiesen, doch außer Anzeigen zu verhängen können die Beamten keine weiteren Schritte setzen.
"In dem Grätzel, in dem die Reisebusse im Kreis fahren, befinden sich zwei Schulen und ein Kindergarten. Die parkenden und zurückschiebenden Busse stellen ein hohes Sicherheitsrisiko für die Kinder auf ihrem Schul- oder Kindergartenweg dar", kritisiert Simhandl die Rücksichtlosigkeit.
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