16.08.2016, 08:20 Uhr

Wiens jüngstes Bezirksmuseum stellt sich vor

Museumsdirektor Heinrich Spitznagl vor den Schautafeln der Ausstellung IGNAZ GRIDL, ein Industrieller in Margareten, die am 15. September 2016 startet

Geplant war das Bezirksmuseum Margareten schon 1975. Aber erst 1996 fand es nach zahlreichen Umzügen in einem ehemaligen Wachzimmer in der Schönbrunner Straße 54 seine "wirkliche" Heimat. Heute lockt es mit zahlreichen Ausstellungen.

MARGARETEN. "Erst im Juni 1998 konnten wir nach dem Umbau der 160 Quadratmeter daran denken, das Museum auch einzurichten", erklärt Heinrich Spitznagl, seit 1996 Leiter, des Bezirksmuseums Margareten. Als erstes wurde damals die Inventarisierung und Archivierung der Bestände aufgenommen. Im Juni 1999 war es dann endlich so weit: Das Museum konnte sich in den neuen Räumlichkeiten mit der von Hertha Bren gestalteten Ausstellung "Margareten Architektur - vom Biedermeier zur Neuzeit" in neuem Glanz präsentieren.

Neben einer umfassenden Dokumentation der bewegten Geschichte des 5. Bezirkes, präsentiert auf zahlreichen Schautafeln, begeistert das Bezirksmuseum Margareten heute mit drei beeindruckenden Dauer-Ausstellungen seine Besucher: Die Präsentationen „Bernsteindrechslerei Budil“, „Franz Ksica – Der letzte Fassbinder in Margareten“ und „Kleider machen Leute“, eine Chronik der Kleiderfirma Barta, sind jeweils am Donnerstag in der Zeit von 16.00 bis 19.00 Uhr bei kostenlosem Eintritt zu sehen. Reichhaltiges Bild-und Text-Material, ein Infoscreen und eine breite Palette an Original-Objekten veranschaulichen das einstige Tun der drei Handwerksbetriebe.

Bewegte Geschichte zum Anschauen

Daneben gestaltet das Bezirksmuseum jährlich eine große Sonderausstellung, die heuer dem Margaretner Industriellen Ignaz Grill gewidmet ist. Eröffnung ist am 15. September um 19:00 Uhr. "Gridl war ein echter Industriepionier, der sich auf Eisenkonstruktionen spezialisiert hatte. Seine Konstruktionen finden sich an den Turmdächern des Rathauses genauso wie an den meisten Ringstraßenpalais", erklärt Heinrich Spitznagl. Anders als heute, sind seine innovativen Eisenkonstruktionen also solche nicht von außen sichtbar, sondern "unter der Haut der Gebäude".

Vom Bernsteindrechsler bis zum Fassbinder

Die drei faszinierenden Dauerausstellungen des Museums führen in die Welt von Margaretner Handwerksbetrieben, die seinerzeit Weltruf hatten. Von der „Bernsteindrechslerei Budil“ sind die komplette Einrichtung, von der Werkbank bis zu handlicheren Gerätschaften, sowie Erzeugnisse im Bezirksmuseum Margareten zu bestaunen. Die Entwicklung des im 5. Bezirk beheimateten Betriebes wird von der Gründung 1883 bis zur Schließung 1970 detailliert beschrieben.

Im Zuge der Schau „Franz Ksica – Der letzte Fassbinder in Margareten“, das Unternehmen bestand von 1909 bis 1946, erläutern die Bezirkshistoriker alle Schritte bei der Herstellung von Fässern, von der richtigen Lagerung des Holzes bis zur Verwendung von Streichmaß, Krummmesser und Hobel, natürlich auch mit anschaulichem Gerät.

Unter dem Titel „Kleider machen Leute“ gibt das Museum den Besuchern einen Einblick in die Arbeit des 1912 nach Margareten gezogenen böhmischen Schneiders Josef Barta, der elegante Akzente in der Herrenmode setzte und sich als Erzeuger knielanger „Herrenröcke“ einen Namen machte. Prominente wie Johannes Heesters zählten zu Bartas Kundschaft.

Alte Familienalben und neue Mitarbeiter

Beides wird vom Bezirksmuseum Margareten gesucht. "Für große Werkstücke ist der Platz hier zu beengt, aber alte Foto-Alben, Zeichnungen und Pläne, die Rückschlüsse auf Gebäude unseres Bezirkes zulassen, oder alte Geschäftsunterlagen sind für unser Archiv hochinteressant. Und weil das engagierte Team rein ehrenamtlicher Mitarbeiter mit der Museums- und Archivarbeit bereits sehr beschäftigt ist, werden neue Mitarbeiter gesucht.

Bei Interesse bitte E-mail an: bm1050@bezirksmuseum.at
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.