09.07.2018, 09:39 Uhr

Junge Initiative macht gegen Menschenhandel mobil

Jedida Sutter, Gründerin der Jugendbewegung "lightup", die gegen Menschenhandel mobilisiert

Die Non-Profit-Jugendbewegung „lightup“ setzt sich gegen Menschenhandel ein, indem sie Jugendliche über Arbeitsausbeutung, sexuelle Ausbeutung und Pornografie aufklärt.

MARGARETEN „Glaubst du, dass Menschenhandel in Österreich existiert?“ Diese Frage ist eine der ersten, die die 26-jährige Jedida Sutter und ihr Team von „lightup“ stellen, wenn sie eine Schulklasse betreten. Die richtige Antwort ist: Ja. „Menschenhandel gibt es überall, nicht nur wie viele denken weit weg von uns“, so Sutter, die Gründerin des Vereins lightup. Gemeinsam mit Natalie Ventuneac und Veronika Pöll leitet sie die Jugendbewegung, die Aufklärung zum Thema Menschenhandel betreibt. Dafür gehen sie in Schulklassen oder an Universitäten und halten dort interaktive Vorträge, um die Jugendlichen und Studierende speziell für die Themen Arbeitsausbeutung und sexuelle Ausbeutung zu sensibilisieren.

Aufklärung statt Zurechtweisung

Die Vereinten Nationen definieren Menschenhandel als „die Anwerbung, Beförderung […] oder Aufnahme von Personen durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder anderen Formen der Nötigung […] zum Zweck der Ausbeutung.“ Der Begriff Menschenhandel umfasst demnach den Zwang zu kriminellen Handlungen, Organhandel, Arbeitsausbeutung, organisierter Bettelei und sexueller Ausbeutung. Das Ziel der Workshops von lightup sei es jedoch nicht, mit erhobenen Zeigefinger dazustehen und den Jugendlichen Dinge zu verbieten, so Sutter, sondern sie darauf aufmerksam zu machen, die eigene Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen wie Pornografie oder Prostitution kritisch zu hinterfragen. 

Sutter: "Ich war schockiert, dass es immer noch eine moderne Art der Sklaverei gibt"

Jedida Sutter folgte bei der Gründung im Jahr 2014 einem Vorbild aus Schweden. Damals noch unter dem internationalen Namen „Freethem“, wie auch die Partnerorganisationen in Schweden, Deutschland und Norwegen heißen. In diesem Jahr hat sich der Verein jedoch in „lightup“ umbenannt. „Das war uns wichtig, weil es uns nicht darum geht, jemanden zu befreien, sondern Bewusstsein zu schaffen“, so Sutter. Die 26-jährige Gründerin interessierte sich schon während ihrer Schulzeit für die Thematik Menschenhandel und hat ihre Matura-Arbeit dazu geschrieben. „Ich war als Jugendliche schockiert, dass es immer noch eine moderne Art der Sklaverei gibt“, erzählt Sutter, die derzeit Soziologie an der Universität Wien studiert.

Verein soll weiter wachsen

Für Interessierte gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sich bei der Jugendbewegung zu engagieren. So kann man beispielsweise selbst ein Team starten und Spenden für die Organisation sammeln oder als Botschafter Vorträge in Schulen halten. Finanziert wird der Verein gänzlich durch Sponsoren; die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig. Für die Zukunft wünscht sich Sutter, dass ihr Verein weiter wächst und dass sie so auch die Möglichkeit bekommt, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzustellen. 
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