Dürergasse
Gemeindebau trägt Namen eines KZ-Häftlings

Joachim Losehand (l.) freut sich über die Umsetzung seines Antrags.
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Seit Donnerstag, 17. Oktober, trägt der Mariahilfer Gemeindebau in der Dürergasse 5 den Namen Malva Schalek Hof. Gedacht wird damit an die im 6. Bezirk zu Kriegszeiten beheimatete Künstlerin, deren Leben im KZ Auschwitz beendet wurde.

MARIAHILF. Die städtische Wohnhausanlage in der Dürergasse 5 trägt ab sofort den Namen der im KZ Auschwitz ermordeten Mariahilfer Künstlerin Malva Schalek. Die offizielle Namensgebung fand am Donnerstag, 17. Oktober, durch Wohnbaustadträtin Kathrin Gaàl statt.

Ins Rollen gebracht hat dieses Vorhaben Joachim Losehand, der mit seiner gleichnamigen Liste eine Fraktion der Mariahilfer Politik bildet. 

Wer war Malva Schalek?

Malva Schalek wurde am 18. Februar 1882 in Prag in eine deutschsprachige, jüdische Familie geboren. Durch den Buchladen ihres Vaters pflegte sie bereits in ihrer Kindheit Kontakte zu Intellektuellen.

Ihre künstlerische Karriere begann Schalek in München. Dort arbeitete sie an der Frauenakademie, noch bevor sie ihr Kunststudium im Privatunterricht in Wien fortsetzte. Nach Abschluss ihrer Ausbildung bezog sie ein Atelier über dem Theater an der Wien und arbeitete hauptsächlich als Portraitmalerin. Dadurch machte sie sich schnell auch über die Grenzen des Bezirks einen Namen in der Künstlerbranche.

Für großes Aufsehen sorgte auch ihre damalige Ausstellung über Frauen in Beruf und Gesellschaft. Damit gilt sie bis heute als eine Vorreiterin auf dem Gebiet der Emanzipation der deutschsprachigen Kunst.

Obwohl sie nach Ausbruch des Krieges vor den Nazis in ihre Geburtsstadt Prag flüchtete, wurde sie 1942 nach Theresienstadt deportiert. Doch ihre Kunst gab Schalek nicht auf. Gerade in dieser Zeit entstanden zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle, die die Lebensumstände der Verfolgten dokumentierten.

Am 18. Mai 1944 wurde Malva Schalek in das Konzentrationslager Auschwitz gebracht wo sie  ermordet wurde.

Daten zur Wohnhausanlage

Das Wohnhaus in der Dürergasse 5 wurde zwischen 1979 und 1982 nach den Plänen des Architekten Johann Ausch errichtet. Es besteht aus sechs Geschoßen mit insgesamt 15 Wohnungen. 

Ausgewählt wurde dieses Gebäude, da Malva Schaleks ehemaliges Atelier, über dem Theater an der Wien, nur wenige Gehminuten entfernt ist.

Joachim Losehand (l.) freut sich über die Umsetzung seines Antrags.
Wohnbaustadträtin Kathrin Gaàl (SPÖ) und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart (SPÖ).
Autor:

Larissa Reisenbauer aus Wien

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