Interview mit Direktor des Bauernbundes Wien, DI Paul Unterhuber (Teil 1)

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Der Direktor des Bauernbundes Wien DI Paul Unterhuber arbeitet für die Anliegen der Gärtner, Winzer, Acker- und Obstbauern in der Hauptstadt. Er sieht den Wiener Bauernbund als wichtigen Akteur der Stadtentwicklung in Wien mit einem Angebot für all jene, die sich dem Gedanken der Nachhaltigkeit und der ökosozialen Politik verschrieben haben.

LEREGGER: Wie ist der Wiener Bauernbund organisatorisch aufgestellt?

UNTERHUBER: „Der Wiener Bauernbund zählt aktuell rund 1000 Mitglieder. Wir vertreten ca. 730 Betriebe in den Sparten Gartenbau, Wein-, Acker- und Obstbau mit insgesamt knapp 1300 in der Landwirtschaft Tätigen. Wir sehen unsere Hauptaufgaben in der Information und im Service für unsere Mitglieder, wollen aber auch klar für ein nachhaltiges Profil in der Stadtpolitik eintreten. Mit unserem relativ kleinen Mitarbeiterteam freuen wir uns über eine relativ starke Organisationskraft und können so die Anliegen der Wiener Landwirtschaft bestmöglich vertreten. Dabei sehe ich den Bauernbund klar als Themenführer.“

LEREGGER: Vielen Stadtbewohnern ist die Nähe zur Natur in der Hauptstadt möglicherweise gar nicht bewusst. Was ist das Besondere an der Wiener Landwirtschaft?

UNTERHUBER: „Die Landwirtschaft trägt einen wesentlichen Teil zu einer gesunden Nahversorgung in der Stadt bei. Dies passiert oft auf fast unscheinbare Art und Weise. Wir als Interessensvertretung versuchen das Bewusstsein der Menschen zu stärken und ihnen die Landwirtschaft als wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl näher zu bringen. Überdies leisten die Produzentinnen und Produzenten unserer Lebensmittel einen enorm wichtigen Anteil zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft.“

LEREGGER: Vergangene Woche fand die Wintertagung des Ökosozialen Forums statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde die Zukunft der Österreichischen Agrarwirtschaft im Zuge der gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) diskutiert. Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung in der Agrarpolitik?

UNTERHUBER: „Die Herausforderungen sind vielfältig, die auf die neue GAP zukommen. Wie kann eine leistbare Lebensmittelproduktion für die steigende Zahl der Weltbevölkerung sichergestellt werden? Wie geht man mit den volatilen Agrarmärkten um? Wie sichert man die Produktionsgrundlagen, Familienbetriebe und die hohe Qualität der heimischen Produktion? Die EU hat sich vorgenommen, diese Fragen zu beantworten. Die Rahmenbedingungen hierzu werden eine wesentliche Rolle spielen. Wie groß wird das Budget sein? Welche Gewichtung erhalten die einzelnen Säulen der GAP? Sobald konkrete Vorschläge – abseits der bisher erfolgten Zieldefinition – am Tisch liegen, wird man das diskutieren.“

LEREGGER: Auf was kommt es im Entscheidungsprozess am Weg zu einer sinnvollen Reform der GAP besonders an?

UNTERHUBER: „Wichtig ist es, dass die Politik Reformen umsetzt, damit die Versorgungssicherheit durch die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Österreich sichergestellt ist. Wir haben eine starke, dynamische Landwirtschaft in Europa. Lebensmittelimporte wären angesichts der weltweiten Verknappung und der ausreichend vorhandenen Ressourcen kontraproduktiv. Österreich ist heute schon innerhalb der EU führend beim Umweltprogramm. Was können andere Länder von uns lernen? Wie können wir die Einkommenssituation für die Betriebe sichern und damit die Erhaltung unserer kostbaren Kulturlandschaft und der natürlichen Ressourcen und intakten Umwelt erhalten? EU-Agrarkommissar Ciolos hat sich dazu bekannt, dass die Versorgungssicherheit in den Regionen, auch wo Landwirtschaft aufgrund der natürlichen Gegebenheiten schwer ist, wie z.B. im Bergland, erhalten bleibt. Das ist wichtig, gerade für Österreich, wirft aber auch im EU-Kontext viele Fragen auf, die es noch zu klären gilt.

LEREGGER: Zum Abschluss des ersten Teils des Interviews würde ich von Ihnen gerne wissen ob Sie einen Lieblingsheurigen in Wien haben. Wenn ja, welcher?

UNTERHUBER: (lacht) „Nein, ich habe keinen expliziten Lieblingsheurigen. Jedoch gehe ich sehr gerne zum Heurigen. Ich bin stolz, dass wir in so vielen Bezirken Wiens, vor allem in Döbling, Floridsdorf, Liesing und Favoriten eine so tolle Heurigenkultur haben.

LEREGGER: Wann findet heuer das Erntedankfest am Wiener Heldenplatz statt?

UNTERHUBER: „Von 10. bis 11. September wird der Heldenplatz wieder im Zeichen heimischer Produktion und bester landwirtschaftlicher Produkte stehen. Die Planungen sind voll im Gange.“

Der zweite Teil der Interviews folgt in den nächsten Tagen
http://wien.bauernbund.at/

Wo: Bauernbund , Gumpendorfer Straße, 1060 Wien auf Karte anzeigen
Direktor Dipl.-Ing. Paul Unterhuber
Autor:

Florian Leregger aus Döbling

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