02.10.2016, 21:48 Uhr

LAMPEDUSA - Multimediales Musiktheater - Kaufmann nach Jelinek

Wann? 16.10.2016 20:00 Uhr

Wo? Salvatorsaal , Barnabitengasse 14, 1060 Wien AT
Credits: "Lampedusa", Foto von Michael Krebs für die Wienwoche 2015 (Foto: Credits: "Lampedusa", Foto von Michael Krebs für die Wienwoche 2015)
Wien: Salvatorsaal | "LAMPEDUSA“
Multimediales Musiktheater - ausgewählt und gefördert von der Bezirksvertretung Mariahilf

Ein künstlerischer Zugang zum hochaktuellen und aufrüttelnden Thema. Zeitgenössische Musik in historischem Rahmen: der Salvatorsaal, ein Juwel barocker Architektur.

Eintritt frei, Spenden erbeten!

Basierend auf Fragmenten von Elfriede Jelineks Bühnenstück "Die Schutzbefohlenen" hat Dieter Kaufmann multimediales Musiktheater komponiert. In Lampedusa singen junge Darsteller_innen gegen die menschenfeindliche europäische Grenzpolitik.

"Wir versuchen, fremde Gesetze zu lesen. Man sagt uns nichts, wir erfahren nichts, wir werden bestellt und nicht abgeholt, wir müssen erscheinen, wir müssen hier erscheinen und dann dort, doch welches Land, welches Land können betreten wir?", heißt es im Bühnenspiel "Die Schutzbefohlenen" von Elfriede Jelinek, das sie in Reaktion auf die Refugee-Proteste von 2012 und die unzähligen Todesfälle von Flüchtlingen im Mittelmeer schrieb.

Basierend auf Jelineks Werk komponierte Dieter Kaufmann, einer der Pionier_innen der heimischen elektroakustischen Musik, Lampedusa. Eine Gruppe junger Darsteller_innen erweiterte und ergänzte das Musiktheaterstück durch Gespräche mit Geflüchteten, die nach Österreich gekommen sind: mit Erfahrungen und Eingeständnissen darüber, wie sich Europa von flüchtenden Menschen abschottet, ihnen legale Einreisewege verweigert, ihren Tod in Kauf nimmt.

Lampedusa ist ein wort- und klanggewaltiges Werk, das stille Zustimmung und Bequemlichkeit durch Solidarität und Aufruhr verdrängt: Aus der Mitte der Gesellschaft wird die Empörung über die menschenfeindliche europäische Grenzpolitik laut. Stiller greifen sich die Arbeiten der Videokünstler_innen Sigrid Friedmann und Ulrich Kaufmann Raum. Als schmerzvolle Verkörperung der Lücken, die die Ungezählten, die nie ankommen, beinahe täglich hinterlassen, dient Adam de Neiges Bühnenbild aus leeren Plätzen und minimalistischen Farben.

Die Stimmen von Laura Polaschek, Hannah Radl, Anian Rödl und Simone Weiss werden vom Sopran Elisabeth Sykora (szenische und gesangliche Leitung) ergänzt, außerdem von Igor Gross am Schlagwerk und Alfred Melichar am Akkordeon.

Lampedusa
Textfragmente von Elfriede Jelinek sowie zusätzliches Textmaterial aus Gesprächen mit Asylsuchenden
Komposition: Dieter Kaufmann
Musikalische Leitung und Solosopran: Elisabeth Sykora
Vokalensemble: Laura Polaschek, Hannah Radl, Anian Rödel, Simone Weiss
Schlagwerk: Igor Gross
Akkordeon: Alfred Melichar
Bühneninstallation: Adam de Neige
Videoprojektionen: Sigrid Friedmann und Ulrich Kaufmann
Produktionsleitung: Eva-Maria Maurer

Credits: "Lampedusa", Foto von Michael Krebs für die Wienwoche 2015

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