Erinnerungen aus meiner Kindheit
Das Langzeitgedächnis nimmt mit zunehmendem Alter zu

Geboren in den Kriegsjahre durch kriegerische Ereignisse wuchs ich nicht im unbewohnbarem Elternhaus auf sondern im damaligen Bauernhaus meiner Großeltern mütterlicher Seite. Auf die Zeit im Kindergarten mit seinem drehbarem rundem Karusell sowie die benachbarte Volksschule mit dem Ball-Spielplatz auf dem Viehmarkt in der Wiener Strasse wo jetzt die Fa. Radel, Bieberle ihren Firmensitz hat. Auf mind. ein Unglück mit einem explodierenden Sprengkörper im Hof der Volksschule mit tödlichem Ausgang für einen Schüler - der laute Knall war weit und breit zu hören. Der Marschall-Plan der Amerikaner bescherte uns Kinder typisch Kaugummi, Blei-/Buntstifte, Radiergummi, Schokolade und andere Utesilien. Die meisten Strassen und Gassen waren nicht asphaltiert um den Staub in Grenzen zu halten fuhr ein Spritzwagen der Feuerwehr regelmässig umher. Die Strasse und Gasse war zugleich Spielplatz für Kinder den der motorisierte Verkehr war nicht der Rede wert - Pferde-/Ochsen zogen den Leiterwagen - die großen Holzräder war mit
Eisenringe beschlagen den Räder mit Gummireifen gab es keine für Leiterwägen sie waren damals das Transportmittel selten hatte jemand einen fahrbarem Traktor. Kinderwagen und andere kleine nützliche Wägelchen schob oder zog man ohne Gummibereifung durch den Ort oder auf das Feld. Die kleinen Greisslereien im Ort hatten nur das notwenidigste vorrätig was man in der Küche braucht den die meisten Einwohner waren in dieser schweren Nachkriegszeit Selbstversorger - Schweindl hat man gefüttert den Schrott hat man von der Bauermühle, Kadnarmühle geholt, fast jeder hatte einen Hendlstall, Kanichenkäfig und anderes Federvieh. Der "Sautanz" war der Behörde zu melden sonst hat man schwarz geschlachtet und das war strafbar. Haustor und Türl waren an diesem Schlachtag immer geschlossen. Geschlachtet, geputzt und Fell abgezogen hat man zuhause - oft hat die Perle des Hauses diese Arbeit ausgeführt. Teure Südfrüchte gab es hauptsächlich an Feststage. Die typische Hausfrau in dieser Zeit war eine Perle, sehr geschickt, sparsam und noch dazu bescheiden. Der Mann war Alleinverdiener und bekam als Arbeiter wöchtentlich den Lohn auf die Hand ausbezahlt. Es gab lange Zeit einen sozialen Unter-schied zwischen Arbeiter und Angestellte - unbegreiflich in unserer Zeit. Im Sommer bauten die Bauern-
burschen mehrere Wehren aus Holzpfosten im Bachbeet der Wulka um sich den Strohstaub nach der Feldarbeit abzuwaschen. In dieser Zeit gab es sogar ein kleines Bad mit Sprungbrett am Areal der Kadnarmühlel auch dorthin gingen die Feldarbeiter um sich zu reinigen - das Wasser war vor lauter Dreck dunkel wenn man nur wenig untertauchte verschwand man ohne gesehen zu werden. Der Kadnar-Mühler verlangte 1 Schilling pro Tag für das abwaschen. Schlaue Jugendliche die keinen Schilling mit hatten tauchten unter die Wasseroberfläche und hielten einen Halm heraus um zu atmen wenn der Mühler kam um abzukassieren. Zu Weihnachten stellte man ein Bäumchen auf das man von einem Bauern geschenkt bekam oder wer einen eigenen Wald besaß holte sich einen größeren Fichtenbaum und schmückte in mit Würfelzuckerzettl, Schokolade, Sternwerfer und mit  gläsernen Dekorationsmittel sofern er welche hatte sowie ein Weihnachtskripperl das allerdings auch nicht jeder hatte. Kinder und heranwachsende Jugendliche gingen am Neujahrstag Glückwünschen zu nahstehende Verwandte und bekamen daür ein wenig Neujahrsgeld. Strom-masten aus Holz waren damals Gang und Gäbe und standen vor die Häuser. Wenige Strassen-
lampen erfüllten in dieser Zeit  ihren Zweck nicht . Ab und zu riß die Stromleitung und dann mußte man im Finsteren sehr aufpassen das man keinen Stromschlag ab bekam - besonders wenn Schneefall war. Der Strassenbelag der Bahnstrasse bestand aus Kopfsteinpflaster , es gab so gut wie keine Schneeräumung und im schneereichem Winter fuhren Bauerburschen mit großen Pferdeschlitten voller Kinder durch den Ort. Wenn es im Winter früh finster wurde haben Jugend-
liche auf Schnee bedeckten Strassen und Gassen spiegel-glatte Rutschbahnen und nicht asphal-
tierte Strassen und Gassen die ein Gefälle hatten wurden zu Rodelbahnen präbariert. Wo es nur ein Hügel gab fuhr bzw. rutschte man als  Kind mit den Brettern herunter. Der Fußballverein hatte seinen Platz wo heute Autos parken dürfen wenn ein Fußball-Heimspiel ausgetragen wird. Bevor man das Gendermariegebäude baute war das ein leerer Platz und Akrobaten wie Seiltänzer gaben ihr bestes - Wanderbühnen mit kleine Zelte und Bänke zogen im Land umher gaben ihr bestes auf der Bachdecke hinter der Apotheke am Sportplatz gastierte ab und zu ein Zirkus. Die Hauptschule befand sich wenige Jahre im Urberialgebäude. Der Vater kam aus der Gefangenschaft zurück und stand vor dem nichts - er fing seinen Beruf wieder von vorne an aber nicht in seinem ursprüng-
lichem Haus das zu dieser Zeit unbewohnbar war. Die Gemeinde hatte einen Gemeindediener der zugleich der Gemeindetrommler war. Er trommelte in Strassen und Gassen die Hausbewohner heraus und las ihnen laut die Kundmachung der Gemeinde vor. Im damaligen Hotel zum altem Markt in der Schubertstrasse gab es einen Theatersaal und Gaststuben - in den 50er Jahre ging ein Autospengler und Autolackierer seiner Arbeit nach. Es waren Lkw, Busse kaum Pkw die Dellen hatten und aufgrund ihrer Größe vor dem "Hotel" ausgeklopft,  verkittet, geschliffen und mit Farbe gestrichen wurden. Russischen Besatzungstruppen sah man ab und zu mit ihren großen Traktoren mit hohem Auspuff und ihren Lkws. In dieser Zeit eröffneten die Besatzer einen "Russia Markt " eine günstige Gemischtwarenhandlung in den Räumen einer geschlossenen Gaststube im bereits erwähnten Hotel zum alten Markt. Mattersburg hatte einen Dorfcharakter hier waren hauptsäch-
lich Kleinbauern ansässig, Handwerker, Gewerbetreibende, Maurer, etc. sie pendelten in Städte wo es eine Menge Arbeit gab waren nur zum Wochenende daheim - auch daheim gab es jede Menge zu tun. Es war ein reiner Überlebenskampf den sich jüngere Generationen nicht annähernd vorstellen können. Der Ort hatte in der schon Jahre lang ein Kino sonst war der Ort ein Kaff was Unterhaltung betraf. In der Faschingszeit gab es einige Bälle die im Hotel zur Post oder im Forstik-
saal statt fanden. Im nahegelegenen Wiener Neustadt sah man noch viele schwer beschädigte und zerstörte Gebäude den die Stadt wurde durch Bombenabwürfe der Allierten schwer getroffen.

Autor:

Rudolf Rauhofer aus Mattersburg

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