Allein unterwegs - das ist doch eine feine Sache
Wer will noch Fernfahrer werden?

Fernfahrer war sowas wie ein Traumjob für junge Männer. Die Lkw-Züge von damals waren Kolosse mit großer Motorblockhaube wie die amerikanischen Trucks in unserer Zeit aussehen,  hatten keine Servolenklung, keine Schlafstelle wie sie heute mit allem Drum und Dran ausgestattet ist, das Schaltgetriebe war nicht sycronisiert man mußte beim Schalten zuerst in den Leerlauf gehen und dann Zwischengas geben um in den nächsten Gang zu wechseln. Beim Berg abfahren nicht ungefährlich wenn man nach unten Schalten mußte der Gang nicht gleich einsprang. Fernfahrer mußten gute Mechanikerkenntnisse, Orientierungssinn, Strassenkarten lesen mitbringen um auf nationale und internationale Strecken geschickt zu werden. Das Transportwesen von damals kann man mit dem heutigen nicht annähernd vergleichen. Wenn die Fernfahrer mit dem belandenen Lkw los brausten fuhren sie meistens auf Bundes-/Land Strassen selten auf Autobahnen und wenn schon dann im westlichem Ausland. Die Strassen waren oft schmal und im schlechtem Zustand, unzureichende Beschilderung, Todeskreuzungen, ungesicherte Bahnübergänge schlechte Wetterbe-
dingungen machten besonders in der Nacht dem Fahrer das Leben schwer. Die weite Strecke war stets verbunden mit einem Abenteuer das man in Kauf nahm den das Einkommen zu dieser Zeit lag weit über den Durchschnitt anderer Verdienstmöglichkeiten. Die wochenlange Trennung von Freundin, Ehefrau & Familie nahm man in Kauf. Ein Beifahrer war bei mit an Bord - als die Fahrzeit und Ruhepause kontrolliert wurde hat man auf den Beifahrer verzichtet den der Fahrer mußte auch andere Arbeit übernehmen nicht nur fahren. Der Lkw-Zug von heute ist größer geworden komortab-
ler ausgestattet hat mehrere Achsen ist wesentlich leichter zu fahren als die schweren Brummer von damals. Der Fernfahrer war auf sich allein gestellt und einmal unterwegs war er während der Fahrt nicht mehr erreichbar - ein Segen der damaligen Zeit. Mit dem Mobiltelefon wurde dieser Vorteil zunichte gemacht - jetzt sind sie immer erreichbar. Das Transportwesen hat sich seit der Ostöffnung verfielfacht - aus dem Traumjob ist die Hölle geworden, Ausfahrt bei jeder Witterung, dichtester Verkehr auf Autobahnen, km langer Stau, fehlende Beschilderung, unbeleuchte Ochsen-/Pferde Fuhrwerke im Ausland, Vorschriften, Richtlinien, ärztliche Untersuchung , undisziplinierte Autofahrer, Zeitdruck, Zulagen für Verpflegung reduziert, schlechtes Image bei anderen Verkehrsteilnehmern aufgrund von Fahrern mit Schrott-Lkw aus dem ehemaligen Ostblock. Wer will sich das noch antun für ein schäbiges Einkommen im schlimmsten Fall von ca. 2.000,-- netto. Sollten die Fahrer vom Transportwesen streiken dann gute Nacht was auf uns zukommt.

Autor:

Rudolf Rauhofer aus Mattersburg

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