Phönixhof Forchtenstein
Gemeinsam stark sein

Im Phönixhof wurden fleißig selber Masken hergestellt.
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  • Im Phönixhof wurden fleißig selber Masken hergestellt.
  • Foto: Andreas Lopez
  • hochgeladen von Carina Fröhlich

FORCHTENSTEIN. "Am Phönixhof in Forchtenstein laufen die Dinge relativ geregelt weiter", berichtet der organistorische Leiter Andreas Lopez. Die 10 jungen Bewohner, welche im Phönixhof untergebracht sind, müssen so wie alle Schülerinnen und Schüler am Vormittag ihren schulischen Aufgaben nachgehen. Dies war anfangs nicht so leicht, da jede Schule eigene Anforderungen stellt und eigene Systeme verwendet. Das Team hat sich jedoch schnell gut eingespielt und seitdem läuft alles reibungslos.

Wie werden die Tage im Phönixhof gestaltet?
"Was man jetzt langsam wirklich merkt, und was mir auch schon ein paar Bekannte von ihren Kindern bestätigt haben, ist, dass sich die jungen Bewohner langsam zusammenraufen und immer mehr ein richtiges kleines Team werden. Jetzt gehen sie fast täglich zum Fußballspielen hinaus oder treffen sich zum Tischtennis im Bewegungsraum. Der Stress des Alltags ist durch die Maßnahmen der Regierung einer Ruhe gewichen, die am Anfang erschreckend gewirkt hat, sich aber jetzt auch beruhigend auf die Gemüter der Kinder auswirkt. Junge Menschen sind ja prinzipiell großartig mit der Fähigkeit ausgestattet, sich Langeweile mit Fantasie zu füllen; nur ist der Alltag bisher immer zuvor gekommen. Und viele dieser kleinen Streitereien, die sonst an der Tagesordnung stehen, sind dadurch jetzt mal merkbar weniger geworden. Andererseits tun sich bei manchen jetzt doch wieder kleinere Krisen auf, die sonst eventuell übersehen worden wären. Jedenfalls ist es auch zwischenmenschlich eine sehr fordernde, aber auch interessante Zeit."

Wie geht man im Phönixhof mit der derzeitigen Situation um?
"Wir leben tatsächlich ein wenig unterm Damokles-Schwert. Weil immer noch das Szenario droht, dass wir oder eine ähnliche Einrichtung plötzlich ganz unter Quarantäne gestellt werden muss. Was dann passiert kann man sich schwer ausmalen. 10 Kinder und Jugendliche, die zwei Wochen auf den Zimmern bleiben müssen? Personal, das zwei Wochen durchgehend, möglicherweise selbst erkrankt, Dienst schieben muss? Das kann so nicht funktionieren. Bisher hat uns noch keiner von öffentlicher Stelle eine Alternative nennen können - was aber nicht heißt, dass an den Ämtern nicht die Köpfe rauchen! Ich denke, es wird sich wahrscheinlich dann klären, wenn der Fall österreichweit zum ersten Mal passiert. Bis dahin hoffen anscheinend sehr viele, dass sie nicht die Ersten sein werden. Aber was jetzt einfach auch zu beobachten ist, dass die Einrichtungen selbst sehr nahe aneinanderrücken. Man informiert sich, wie es den anderen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen so geht, tauscht Erfahrungen aus. Außerdem ist in der Bevölkerung eine Welle der Hilfsbereitschaft angerollt, die ihresgleichen sucht. Überall wird wahrgenommen, wie wichtig es ist, dass man sich nicht nur räumlich getrennt hält, sondern umso mehr emotional zusammenrückt. Und auch von Seiten unserer „kontrollierenden Organe“ am Land kommen sehr viele schöne, zwischenmenschliche Töne. Man merkt einfach, dass wir da jetzt gemeinsam drinsitzen und nur gemeinsam wieder herausfinden werden. Wir freuen uns über jede Form der Unterstützung, sei es durch finanzielle Spenden oder auch kleinere Sachspenden wie Dartpfeile, Fußbälle oder Tischtenniszubehör."

Was brauchen die Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit besonders?
"Sicherheit, würde ich sagen. Und Klarheit. Besser es wird ganz klar kommuniziert, dass wir jetzt eine schwere Zeit vor uns haben, als es wird eine falsche Hoffnung aufrechterhalten, dass es jederzeit wieder vorbei sein könnte. Und ganz besonders brauchen unsere Kids jetzt ihre Fantasie. Wie vorher schon gesagt, am Anfang war es gar nicht so leicht, weil die seit Jahren brach gelegen ist. Aber jetzt, rechtzeitig zum schönen Frühlingswetter, kommt sie wieder hervor. Und geht hoffentlich gleich direkt in die Blüte über, sozusagen!"

Bedarf an Laptops gedeckt

Auch der Phönixhof hatte anfangs nicht genügend Laptops zur Verfügung, welche die Kinder und Jugendlichen tagtäglich für ihre schulischen Aufgaben benötigen. Durch den Beitrag über das Kinderdorf Pöttsching, welcher vor zwei Wochen in den Bezirksblättern erschienen ist und dem darauffolgenden Einsatz von Michael Meissl von RCS Computer Systems konnten an den Phönixhof vier Laptops übergeben und der nötige Bedarf gedeckt werden. Das Kinderhaus Neudörfl und die Wohngemeinschaft in Marz wurden ebenso mit Laptops ausgestattet, welche Michael Meissl vor der Übergabe stets kontrolliert und wenn notwendig repariert, damit sie wieder ganz funktionstüchtig sind. Viele Privatleute, aber auch Firmen haben ihre alten Geräte nach Mattersburg zum Standort des RCS Computer Systems gebracht, einige Laptops wurden außerdem durch Vereinsmitglieder des SC Sauerbrunns von den einzelnen Personen abgeholt und andere wiederum schickten die Geräte sogar per Post. Michael Meissl freut sich über die zahlreichen Laptops, welche gespendet werden und möchte noch vielen weiteren dadurch helfen. Da das Ganze so gut funktioniert, möchte er dies gerne dauerhaft machen, denn so werden die Geräte weiter genutzt und nicht unnötig weggeschmissen.

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