16 Tage gegen Gewalt
Frauen zeigen gemeinsam Stärke

 Am sichtbarsten ist die körperliche Gewalt. Oft findet Gewalt aber auch in psychischer oder verbaler Form statt.
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  • Am sichtbarsten ist die körperliche Gewalt. Oft findet Gewalt aber auch in psychischer oder verbaler Form statt.
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  • hochgeladen von Waltraud Fischer

Am 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Zeitgleich starten die "16 Tage gegen Gewalt", die bis zum 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, dauern. Die ÖVP Frauen Burgenland und die SPÖ Frauen Burgenland unterstützen auch heuer wieder die Aktion.

MATTERSBURG. Unter dem Motto „Orange the World“ findet auch heuer wieder die Aktion „16 Tage gegen Gewalt“ statt“, informiert ÖVP-Landesleiterin und Landtagsabgeordnete Julia Wagentristl und ergänzt: „Nach wie vor ist fast jede fünfte Frau von Gewalt in verschiedenen Ausprägungen betroffen. Wir dürfen daher nicht müde werden und müssen verstärkt darauf aufmerksam machen und die Menschen sensibilisieren.“

Frauen müssen zusammenstehen

Unterstützung bekommt Wagentristl von den ÖVP-Landtagsabgeordneten Melanie Eckhardt und Carina Laschober-Luif, die betonen: „Häusliche Gewalt gegenüber Frauen hat zu keinem Zeitpunkt Platz in unserer Gesellschaft. Es braucht Frauennetzwerke, die einander gegenseitig stärken, denn betroffene Frauen dürfen nicht alleine gelassen werden.“

"Schritt für Schritt gegen Gewalt"

Die ÖVP Frauen Burgenland rufen mit der Initiative "Schritt für Schritt gegen Gewalt" Frauen und Männer dazu auf, im Gedanken an die vielen misshandelten Frauen zu spazieren, zu walken, zu laufen oder mit dem Rad zu fahren und Kilometer zu sammeln.
„Für jeden absolvierten Kilometer spenden die Teilnehmer anschließend 1 Euro für ein ausgewähltes Projekt“, erklärt Julia Wagentristl und ergänzt: „Wir unterstützen dieses Jahr 'Hilfe im eigenen Land' und das Mutter-Kind-Haus der Caritas. (Nähere Informationen auf der Homepage der VP Burgenland).)

Frauen ein selbständiges Leben ermöglichen

Neben Gewaltschutz und Prävention braucht es auch die entsprechenden Rahmenbedingungen, damit Frauen ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen können, um aus der schwierigen Situation heraus zu kommen. „Wir müssen das Selbstbewusstsein von Frauen stärken, damit Sie sich zur Wehr setzen und Mut für ein selbständiges Leben haben“, so Landtagsabgeordnete Melanie Eckhardt, die fordert: „Damit Frauen finanziell unabhängig sind, ist es wichtig, sie für besser bezahlte Jobs zu begeistern und durch die entsprechende Kinderbetreuung Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.“

Gewalt gegen Frauen nicht immer sichtbar

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist leider traurige Realität und findet in vielen Formen statt. „Am sichtbarsten ist die körperliche Gewalt. Oft findet Gewalt aber auch in psychischer oder verbaler Form statt. Von außen kann man hier meist weder die Gewalttat noch ihre Folgen sehen,“ ist Landtagsabgeordnete Carina Laschober-Luif besorgt: „Daher ist es umso wichtiger, hier Aufklärungsarbeit zu leisten und Frauennetzwerke zu schaffen, die einander gegenseitig stärken, damit sich Betroffene wehren und sich beraten oder begleiten lassen.“

Erschreckende Bilanz: Heuer bereits 28 Frauenmorde verübt

„Gewalt gegen Frauen ist weltweit in allen Schichten der Gesellschaft erschütternde Realität. Gewalt gegen Frauen passiert heute und zu jeder Stunde leider sehr oft in der eigenen Familie. In Österreich ist jede fünfte Frau von Gewalt betroffen“, so Landtagspräsidentin Verena Dunst.
„28 Frauenmorde im heurigen Jahr sind eine erschreckende Bilanz. Es gibt hier noch jede Menge zu tun und ich appelliere an die Bundesregierung, endlich tätig zu werden, und beispielsweise die regelmäßige Durchführung von Hochrisikofallkonferenzen voranzutreiben oder auch mehr Budget für den dringend notwendigen Ausbau des Gewaltschutzes bereitzustellen. Wir fordern von der Regierung endlich mehr Tempo und Umsetzungsstärke“, so Landesfrauenvorsitzende LH-STVin Astrid Eisenkopf anlässlich des Kampagnenstarts der „16 Tage gegen Gewalt“.

"Diese Hände schlagen nicht"

Mit der österreichweiten Aktion "Diese Hände schlagen nicht" fordern die SPÖ-Frauen die Bundesregierung auf, zu handeln. „Krisenzeiten und Isolation erhöhen die Gefahr. Der Schutz von Frauen muss rasch verbessert werden“, sind sich Landesfrauenvorsitzende Astrid Eisenkopf und die Mitglieder des Landesfrauenpräsidiums einig. Kein Tag vergeht, ohne dass einer Frau in Österreich Gewalt angetan wird. Gewalt, die verhindert werden muss.

Frauen- und Gewaltschutzorganisationen schlagen Alarm

Die Corona-Situation hat das Gewaltproblem in den Familien verstärkt. Der Großteil der Leidtragenden sind Frauen und Kinder. Im Jahr 2020 wurden den Gewaltschutzzentren 11.495 Betretungs- und Annäherungsverbote von der Polizei gemeldet. Im Burgenland wurden 252 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen.
Frauenorganisationen und Gewaltschutzorganisationen schlagen seit Monaten Alarm. In Österreich fehlen 228 Millionen Euro für den Gewaltschutz. 3.000 zusätzliche Mitarbeiter, die Vollzeit arbeiten, sind notwendig, um Hilfesuchenden Beratung anzubieten. Denn lange Wartezeiten sind lebensgefährlich.

Gewalt sichtbar machen

Ein wichtiges Mittel um Frauenmorde zu verhindern, sind Hochrisikofallkonferenzen. Dabei tauschen Polizei und Mitarbeiter von Gewaltschutzorganisationen wichtige Informationen zu konkreten Fällen aus. Die SPÖ Frauen Burgenland sprechen sich für eine regelmäßige Durchführung dieser Konferenzen aus und fordern die regelmäßige Veröffentlichung der Gewaltzahlen in den österreichischen Medien.
Eine weitere Forderung der SPÖ Frauen österreichweit ist die Aufstockung der Mittel für Gewaltschutz.

Maßnahmen im Burgenland

Im Burgenland wird auch verstärkt auf das Angebot für Männer aufmerksam gemacht. Gewaltschutz ist ein umfassendes Thema, das auf vielen verschiedenen Ebenen angegangen werden muss. Die Männerberatungsstelle in Oberwart ist eine wichtige Anlaufstelle, wenn es um opferschutzorientierte Täterarbeit und Gewaltprävention für Männer geht.
Um dem Thema Gewalt aber auch in anderen Bereichen zukünftig die nötige Gewichtung zu geben, wurde im Zukunftsplan Burgenland die Umsetzung einer landesweiten Gewaltpräventionsstrategie festgehalten.

Petition der SPÖ-Frauen

Die SPÖ Frauen fordern mit der Petition „Stoppt Femizide. Endlich ein Ende der Gewalt an Frauen“ ein Ende der Gewalt und rasches Handeln von Seiten der Bundesregierung. Sie kann auf der Homepage der SPÖ Frauen unterzeichnet werden.
„Gewalt passiert jeden Tag im Jahr auf unterschiedliche Weise. Die Kampagne der ‚16 Tage gegen Gewalt‘ sind zwar eine gute Gelegenheit, auf die Thematik aktiv aufmerksam zu machen, aber seien wir bereit, jeden Tag im Jahr hinzusehen und aktiv gegen Gewalt an Frauen, Mädchen, Kindern und Schutzbefohlenen einzutreten!“, appelliert Astrid Eisenkopf an die Bevölkerung.

Hier erhalten von Gewalt bedrohte Frauen und Mädchen rund um die Uhr Hilfe:

  • Frauenhaus Burgenland: 02682/61280
  • 24-Stunden-Frauen-Helpline: 0800 222 555
  • Polizeiliche Hilfe für Gehörlose und Hörbehinderte: 0800 133 133 (rund um die Uhr) per SMS (Angabe der Notsituation und Ort)

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