16.10.2014, 12:59 Uhr

Ist das Natura-2000-Gebiet in Forchtenstein noch zu retten?

Standen Rede und Antwort: Dr. Gerlind Weber, Mag.a  Barbara Goby und Dr. Thomas Zechmeister (Foto: Privat)

Grüne Bildungswerkstatt veranstaltete Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft verbaut?“.

FORCHTENSTEIN. Ein hochkarätig besetztes Podium diskutierte kürzlich in der Forchtensteiner Kukuruzstub’n über die Causa „Bauen im Natura-2000-Gebiet“.

Negative Auswirkungen

„Dr. Gerlind Weber, ehemalige Univ. Professorin an der Boku Wien, machte vor allem durch ihre eindringliche Darstellung der Verschwendung von Bodenressourcen und auf die negativen Auswirkung der Zersiedelung, wie sie in vielen Gemeinden – so auch in Forchtenstein – praktiziert wird, aufmerksam“, so die Grüne Bezirkssprecherin Sonja Sieber.
Mag.a Barbara Goby vom Umweltdachverband erläuterte wie im Falle der Baulandumwidmung im Natura 2000 Schutzgebiet in Forchtenstein das EU-Recht durch die Nichteinbringung der Umwelt- und Naturverträglichkeitsprüfung gebrochen wurde.

„Kein Prüfverfahren nötig“

Dr. Thomas Zechmeister, Leiter der Biologischen Station Illmitz, war seitens des Landes direkt in den Bewilligungsprozess involviert. Er wies darauf hin, dass aufgrund der kleinen Fläche die von Mag.a Goby genannten Prüfverfahren nicht notwendig gewesen wären.

EU-Beschwerde eingereicht

Schon im Mai dieses Jahres haben die Grüne Nationalratsabgeordnete Christiane Brunner, die Bezirkssprecherin der Grünen, Dir. Sonja Sieber, die grüne Gemeinderätin Erika Weibl und die Bürgerinitiative „Wir haben’s eulig“ eine EU-Beschwerde eingereicht.
Dieser Beschwerde schloss sich im September die Naturschutzorganisation „protect“ mit dem Vorwurf, eine Naturverträglichkeitsprüfung und eine Umweltprüfung seien unterlassen worden, an.
Die nicht vorhandene Umweltverträglichkeitsprüfung, die laut EU durchgeführt werden muss, veranlasste nun auch den Verfassungsgerichtshof zur Vorverhandlung, welche eine massive Verzögerung des Baustarts und auch eine teilweise Aufhebung der Widmung zur Folge haben könnte.

Baustart wird garantiert

„Trotz der laufenden Verfahren wirbt die Gemeinde Forchtenstein in ihrer aktuellen Gemeindezeitung für den Erwerb der betreffenden Bauplätze und garantiert einen Baustart mit Frühjahr 2015“, so Sieber.
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