11.10.2016, 10:16 Uhr

Ungarn bringen 120 Mio. Euro ins Land

WK-Präsident Peter Nemeth und Studienautor Georg Gumpinger präsentierten das Studienergebnis.

Ohne ungarische Konsumenten würde es um die burgenländische Handelsbilanz trist aussehen.

EISENSTADT. Lange Zeit war für Burgenländer das benachbarte Ungarn als Einkaufsland sehr beliebt, mittlerweile geben ungarische Kunden im Burgenland beinahe achtmal soviel Geld aus als umgekehrt, nämlich 120 Mio Euro gegenüber 16 Mio. Euro. Dies bestätigt eine von der Wirtschaftskammer Burgenland in Auftrag gegebene Kaufkraftstudie.

104 Mio. netto aus Ungarn

„Demnach bleiben im Jahr 104 Millionen Euro netto aus Ungarn im Land“, bekräftigt WK-Präsident Peter Nemeth, der sich erfreut über die positive Entwicklung des Handelsaustausch zwischen Burgenland und Ungarn zeigt.
Die Studie ergab, dass Lebensmittel, Bekleidung und Drogeriewaren besonders beliebt bei Kunden aus Ungarn sind.

Qualität und Fachberatung

„Dennoch muss der heimische Fachhandel reagieren um gegen den immer stärker werdenden Internethandel mit Fachberatung und Qualität, die der Zugang zu allen Märkten ist, entgegenzuwirken“, warnt Nemeth.

Dienstleistungen gefragt

„Mehr als die Hälfte der ungarischen Haushalte aus den benachbarten Komitaten kaufen regelmäßig im Burgenland ein, deutlich mehr als in der Vergleichsuntersuchung 2009 mit 42 Prozent der Haushalte. Aber auch die Nachfrage nach Dienstleistungen ist gegenüber 2009 zum Teil deutlich angestiegen“, erläutert Studienautor Georg Gumpinger, der jedoch beim „bemühen um die ausländische Kunden“ bei manchen Betriebe noch Aufholbedarf ortet.

Heimische Banken gefragt

Bei den Dienstleistungen sind Bankkonten, Arztbesuche und Fitnessstudios an der Spitze, während Burgenländer in Ungarn am häufigsten Beauty- und Wellness Institute aufsuchen.

Negative Bilanz

Trotz eines Anstiegs des Kaufkraft-Volumen um 11,3 Prozentgegenüber fällt die Bilanz der Studie negativ aus. „Burgenländer geben nach wie vor viel Geld in großen Einkaufszentren in Niederösterreich und der Steiermark aus“, so Gumpinger.

Onlinehandel boomt

Seit 2009 hat sich der Anteil des Onlinehandels an der burgenländischen Kaufkraft verdreifacht. In manchen Warengruppen erreicht der nicht-stationäre Handel in Form des Internethandels bereits mehr als 30 Prozent und dürfte in Zukunft noch weiter ansteigen.

Mit Service punkten

„Betriebe mit stark individualisiertem Angebot, mit höherer Fachberatung und Service-Faktor können mehr punkten als andere Anbieter, die ausschließlich preisaggressiv ausgerichtet sind. Wer seinen Kunden ein einzigartiges Einkaufserlebnis mit wertiger Leistung in einem spannendem Umfeld und Ambiente bieten kann, hat hier sicher die besten Chancen“, urteilt Gumpinger, der abschließend betont: „Fläche alleine ist nicht alles!“
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