02.12.2017, 00:00 Uhr

Umweg im Gemeindebau

Blick auf den Gemeindebau von der Hetzendorfer Straße. Dort wo nun der große Kran steht, befand sich bis vor kurzem der Durchgang

Schlöglgasse 17: Der direkte Durchgang zur Hetzendorfer Straße gesperrt. Für die Bewohner bedeutet das einen erheblichen Umweg, für ältere Menschen und Personen mit körperlicher Benachteiligung wird dieser sogar zum Kraftakt.

MEIDLING. Grund für die Sperre sind Bauarbeiten am benachbarten Areal des International Business College. Genau dort, wo nun riesige Kräne und schwere Baumaschinen ihre Arbeit verrichten, befand sich bis vor kurzem ein Durchgang auf die Hetzendorfer Straße.

Der war für viele Bewohner des Gemeindebaus wichtig, stellte er doch die direkte Verbindung zu Nahversorgern und öffentlichem Verkehr dar. „Bisher ist es kein Problem. Wenn ich einkaufen gehe, nehme ich jetzt das Bahnwegerl, da habe ich auch ein bisserl eine Steigung und halte mich fit“, sagt Bewohnerin Christine Müller schmunzelnd. „Es ist aber schon ein weiter Umweg und wenn es nun auch eisig wird, ist es auch für mich mit zwei kaputten Knien schwierig“, erkennt die rüstige Frau trotzdem die Problematik.

Ein halber Kilometer mehr

„Für mich ist es halb so schlimm, aber mein 70-jähriger Bruder wohnt im dritten Stock ohne Lift und hat eine kaputte Hüfte, bei dem sieht das schon anders aus“, so eine weitere Bewohnerin.

Statt dem direkten Durchgang muss man nun über die Schlögl- und Strohberggasse einen Umweg von fast 500 Metern auf sich nehmen. Ein gesunder Mensch schafft das in ungefähr fünf Minuten, Personen mit körperlicher Benachteiligung benötigen dafür erheblich länger, wenn sie denn überhaupt dazu in der Lage sind.

Keine Nutzung möglich

Bis Juni 2019 bleibt der Durchgang voraussichtlich gesperrt, Alternativen gibt es keine, was auch Markus Leitgeb von Wiener Wohnen bestätigt: „Wiener Wohnen hat sich natürlich im Interesse der Mieter um eine Ersatzlösung bemüht. Allerdings ist ein Durchgang laut Auskunft der zuständigen Bauleitung aus bau- und sicherheitstechnischen Gründen dezidiert ausgeschlossen, da diese mitten über das Baufeld verlaufen würde.“

Nach Abschluss der Bauarbeiten steht den BewohnerInnen jedoch wieder ein neuer Durchgang zur Verfügung, der auch im Bauprojekt berücksichtigt ist.

Helfen wo es geht

Wiener Wohnen setzt nun alles daran, den Bewohnern die Zeit ohne Durchgang so gut es geht zu erleichtern und vor allem körperlich benachteiligten Personen wird gerne geholfen, wie Markus Leitgeb betont: „Sollten Bewohner aufgrund der derzeitigen Situation auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sein, können sie sich gerne bei uns melden und wir stellen als Hausverwaltung eigens eingerichtete Rollatoren- oder Rollstuhlparkplätze zur Verfügung.“
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