Der Wolfshof: Natur mitten in der Stadt

Architekt Andreas Gerner mit der Baufrau im Innenhof beim Brunnen in der Holzwanne.
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  • Architekt Andreas Gerner mit der Baufrau im Innenhof beim Brunnen in der Holzwanne.
  • hochgeladen von Karl Pufler

MEIDLING. Der Wolfshof in Meidling hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich: Einst befand sich hier ein Produktionsgebäude des pharmazeutischen Betriebs Schmidgall. Nach der Absiedlung der Produktion wurde es zu einem Bürogebäude.

Vor kurzem wurde die Umgestaltung des Wolfshofs abgeschlossen. Hier finden sich nun neben Büros auch 60 Wohnungen zwischen 45 und 77 Quadratmetern.

Sitzkreis und Wasser

Für die Realisierung verantwortlich zeichnet das Architekturbüro "Gerner Gerner Plus". "Bei der Realisierung wurde viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt", so Andreas Gerner. Man findet viel Holz, nicht nur in den Wohnungen, sondern auch an der Fassade.

Der Innenhof ist ein besonderes Gustostückerl. So gibt es nicht nur Hochbeete und Wasserstellen. Für Kinder gibt es eine Sandkiste und einen Sitzkreis. Im Frühling wird ein Naschgarten angelegt: Felsenbirnen, Trauben, Holler und Erdbeeren sind geplant. Der Garten soll auch von den Nachbarn genutzt werden können. Am Dach werden Arzneipflanzen angebaut – ganz in der Tradition des Wolfshofes, wo einst Pharmazie betrieben wurde.

Die Beschreibung der Architekten:

Grünes urbanes Wohnen im Wolfshof
Als Ergebnis eines geladenen Wettbewerbs stellten Gerner Gerner Plus mit dem Wolfshof unlängst ein Wohngebäude im zwölften Wiener Gemeindebezirk fertig, das neben hochwertigem Wohnraum einen weitläufigen gemeinschaftlich genutzten Hof mit Naschgarten bietet.

Während sich in umgestalteten Bestandsgebäuden loft-artige Wohneinheiten mit industriellem Charme befinden, bieten dazwischen gesetzte Neubauten unterschiedlichste Wohnungstypen von 45 bis 77 Quadratmetern, die das gesamte Spektrum von Miet- über Eigentumswohnungen bis hin zu Vorsorgemodellen abdecken. Die Bestandsgebäude wurden im Zuge der Bauarbeiten zum Teil entkernt, ihre großzügige Raumhöhe jedoch belassen, was den nun darin befindlichen Wohneinheiten einen loft-artigen Charakter verleiht.

Als eingestellte Boxen angeordnete Räume geben den Blick auf die Gewölbedecken frei, wodurch der industrielle Charme noch verstärkt wird. Teils im Bestand und teils im Neubau wurden insgesamt ca. 60 Wohneinheiten umgesetzt. Gemeinsam ist ihnen eine großzügige Raumaufteilung, hochwertige Ausstattung und viel Tageslicht. Die Fenster aus Holz wurden auch dort bodentief ausgeführt, wo sie sich öffnen lassen. Eine Glasplatte dient hier als Absturzsicherung.

Selbst kleine Singlewohnungen verfügen über mindestens zwei Räume und jeder Wohneinheit ist ein privater Freiraum in Form eines Balkons oder einer Terrasse zugeordnet. Auf hohe gestalterische Qualität wurde auch im Bereich der gemeinschaftlich genutzten Flächen geachtet. Diese sind mit Steinböden ausgestattet und wurden einem speziellen Farbkonzept folgend, teilweise in zartes Rosa getaucht. Von Gerner Gerner Plus eigens designt wurde auch die Briefkastenanlage.

Stadtgarten
Neben privaten Freiräumen bildet ein abwechslungsreicher Hofgarten das Herzstück der Anlage. Sowohl für die Bewohner als auch für Mitarbeiter der Büros im Erdgeschoß zugänglich, bietet er eine bunte Mischung aus Flächen zum Verweilen, Hochbeeten, einem Naschgarten, Orten zum Zurückziehen und Begegnungszonen.

Viel Grün findet man nicht nur auf den horizontalen Flächen, sondern dieses zieht sich entlang der Fassaden auch in die vertikalen Ebenen hoch. Ein vorgehängter Holzvorhang, der sich aus einem Strichcode aus Holzlamellen zusammensetzt, bietet dafür das richtige Gerüst.

Fassaden
Neben dem vorgehängten Holzvorhang bilden unregelmäßig horizontal gegliederte Klinkerplatten in hellem, freundlichem Cremeton einen zweiten Fassadentypus. Spannung bringen aber auch Balkone mit unterschiedlicher Tiefe und Höhe, die aus Weißbeton vorgefertigt, fix und fertig angeliefert und auf der Baustelle eingehängt wurden.

Deren Bodenbelag aus Holz zieht sich an einer Seite hoch und bildet gemeinsam mit der Balkonbrüstung einen Pflanzentrog aus, wodurch eine hohe gestalterische Qualität dieser privaten Freiräume erreicht wird.

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