Distance Learning in Hetzendorf
Die Schule in den eigenen vier Wänden

Direktorin Andrea Tuschl-Reisinger (mitte) mit Bezirksvorsteher Wilfried Zankl (SPÖ) bei einer Baustellenbesichtigung.
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Ein Interview mit ibc-Hetzendorf Direktorin Andrea Tuschl-Reisinger über Distance-Learning.

MEIDLING. Frau Direktor, wie geht es Ihnen? Sie müssen ja nicht nur eine der größten Schulen Wiens leiten – in dieser außergewöhnlichen Situation. Gleichzeitig ist der Schulumbau in der Hetzendorfer Straße in der Endphase.
Andrea Tuschl-Reisinger: Danke der Nachfrage. Es geht mir gut. Wir befinden uns in einer überaus herausfordernden Zeit. Wir stehen vor vielen neuen Situationen, wissen nicht, wie lange die aktuelle Lage andauern wird, wissen aber auch nicht, ob es in Zukunft genauso weitergehen wird, wie es davor war.

Wie dürfen wir uns die Tage vor der Schulschließung vorstellen?
Zunächst musste in sehr kurzer Zeit unheimlich viel organisiert werden, um die Schulschließung vorzubereiten. Schüler, Studierende, Eltern und Lehrer wurden informiert, eine gemeinsame Vorgangsweise besprochen. Das Verwaltungspersonal hat sichergestellt, dass Home-Office möglich ist und somit der Betrieb ungestört fortgeführt werden kann. Ich darf aber betonen, dass Lehrer und Schüler wirklich großartig waren. Binnen drei Tagen wurde, basierend auf dem, was bereits im Unterricht verwendet wurde, eine wirklich gut funktionierende Distance-Learning-Struktur aufgebaut. Natürlich nach Schulstufe und Unterrichtsfach ganz unterschiedlich.

Konnten in den wenigen Tagen vor der Schulschließung alle Schüler genügend vorbereitet werden, um zuhause auch wirklich effizient arbeiten zu können?
Natürlich war in den drei Tagen nicht wirklich viel Zeit. Aber generell ist es bei uns so, dass alle unsere Schüler immer wieder Übungen und Hausübungen über diverse Lernplattformen bearbeiten. Daher konnten wir hier schon auf Erprobtes zurückgreifen. Alle Schüler und Lehrer haben selbstverständlich einen Schul-E-Mail-Account. Dort, wo es nicht von Beginn an mit Lernplattformen funktioniert hat, erfolgte die Kommunikation vorerst per E-Mail. Auch das läuft wunderbar.

Wie kann man sich „distance-learning“ nun vorstellen?
Zunächst gilt hier das Prinzip „Learning by Doing“. In diesem Ausmaß hat noch niemand von uns Distance-Learning betrieben. Es ist je nach Klasse und Gegenstand ganz unterschiedlich. Die von den meisten genutzte Plattform für Kommunikation, Aufgabenstellung und Lösung ist zur Zeit „MS-TEAMS“. Die Lehrer können hier mit allen Schülern oder mit einzelnen im Chat kommunizieren, Angaben werden hochgeladen und können dann bearbeitet werden. Das Feedback und die Korrektur erfolgt dann individuell durch die Pädagogen oder durch Lösungsblätter zur Selbstkorrektur. Aber auch die Schulbuchverlage unterstützen sensationell. Hier bitte ein herzliches Dankeschön von meiner Seite. Wir bekommen laufen E-Mails mit kostenlosen Zugängen zu E-Books und digitalen Medien.

Wie funktioniert das beim Fremdsprachenunterricht? Da ist doch Kommunikation wichtig.
Das ist richtig. Natürlich ist Kommunikation ein ganz wichtiger Teil. Die moderne Technik hilft uns dabei sehr. TEAMS bietet dazu die Möglichkeit, ein virtuelles Klassenzimmer aufzubauen. Die Schüler können dem Vortrag der Lehrer am Bildschirm folgen, unterstützt von einer Powerpoint-Präsentation. Die Schüler können in der Fremdsprache gesprochene Texte aufnehmen und die Sprache trainieren. Auch Hausübungen können so verglichen und verbessert werden. Und außerdem gibt es ja zu allen Fremdsprachen-Schulbüchern auch CDs. Die helfen ebenfalls beim Trainieren der gesprochenen Sprache.

Das klingt aber sehr kompliziert und herausfordernd.
Das ist es sicher für alle. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man High-Tech im Unterricht zwischendurch verwendet oder wie zur Zeit ausschließlich. Es ist für alle ein ständiger Lernprozess. Aber wie heißt es so schön: „Lebenslanges Lernen!“ Und aus der aktuellen Situation lernen wir alle ganz bestimmt ganz viel!

Haben Sie Rückmeldungen von Lehrern, Schülern oder Eltern?
Ja natürlich! Ich bin mit meinen Lehrern in ständigem Kontakt. Per E-Mail, telefonisch oder über andere Kommunikationsplattformen. Es läuft gut, aber natürlich gibt es Fragen. Darum habe ich eine ibc-FAQ-Initiative gestartet und leite die von Einzelnen gestellte Fragen samt Antwort an alle weiter. Das ist dann für alle hilfreich.
Die Schüler haben vor allem mit ihren Lehrern Kontakt. Hier habe ich gehört, dass vor allem der Aufbau einer Tagesstruktur doch für einige Schüler eine große Herausforderung war. Wir dürfen nicht vergessen, dass sich in vielen Familien mehrere Kinder einen Computer oder Laptop teilen müssen, aber alle derzeit darauf arbeiten sollten. Es gibt Geschwisterkinder, die betreut werden müssen. Aber mit der Unterstützung und den Tipps der Lehrer, allen voran den Klassenvorständen, konnten schon viele Sorgen genommen und Probleme gelöst werden.
Einige Eltern hatten die Befürchtung, dass es für ihre Kinder einfach zu viel wird. Zu viele oder zu umfangreiche Arbeitsaufträge, zu wenig Zeit für die Bearbeitung, dazu die ungewohnte Lernumgebung. Auch diese Problematik habe ich mit meinen Lehrern besprochen. Ich denke, wir sind am richtigen Weg.

Wird trotz der gegebenen Einschränkungen der Umbau planmäßig fertig, sodass im Herbst der Unterricht in der Hetzendorfer Straße stattfinden kann?
Davon gehe ich aus. Ich war in den letzten Wochen sehr oft in Hetzendorf. Das Haus ist fertig. Es fehlt eigentlich nur noch die Einrichtung. Wir können uns ab Herbst 2020 auf ein Lehren und Lernen in einem wunderschönen, freundlichen, weitläufigen und modern eingerichteten Haus freuen, das sehr viel Platz für unsere Schüler bietet. Wir alle sind glücklich, bald wieder in Hetzendorf sein zu dürfen!

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