03.09.2016, 00:00 Uhr

Der Kampf um den Meidlinger Markt

Längere Öffnungszeiten findet Marc Schweiger vom "MarctStandl" notwendig. Auch Bezirkschefin Votava ist dafür.

Die Testphase für längere Öffnungszeiten geht weiter. Für die Standler eine "Notwendigkeit".

MEIDLING. Die Zuversicht der Meidlinger Standler hat sich bestätigt: Vier Monate lang durften sie die Gäste am Meidlinger Markt bis 21 Uhr bewirten und bedienen. Von Mai bis Ende August wurden die Öffnungszeiten des Marktes im 12. Bezirk sowie jene am Schwendermarkt im 15. Bezirk verlängert – vorerst als Testphase.

Erhofft haben sich die Standler davon viel – und sie wurden auch nicht enttäuscht. Christiane Wilfling vom Basilicum, Anna Putz von Anna am Markt, Marc Schweiger vom MarctStandl und Christian Chvosta vom Milchbart sind glücklich über die längeren Öffnungszeiten. "Aber die Marktordnung macht uns vieles kaputt", so Christiane Wilfling. Mit neuen Öffnungszeiten alleine sei es also nicht getan. Diese seien "keine Chance, sondern eine Notwendigkeit".

Veraltete Regelungen

Vor allem die kleineren Stände können sich nur so gegen die Konkurrenz der Supermärkte durchsetzen. Schließlich liegt gleich neben dem Meidlinger Markt der Interspar, der bis 20 Uhr offen hat. "Unsere Kunden verstehen nicht, warum die Marktstandler nicht genauso lang offen halten dürfen", so Anna Putz.

Vielmehr kämpfe man aber mit veralteten Regelungen. "Ich darf nur acht Sitzplätze im Freien anbieten. Dass ich Gäste wegschicken musste, ist mir im Sommer nicht nur einmal passiert", so Christiane Wilfling und Marc Schweiger.

"Ich halte die probeweise verlängerten Öffnungszeiten der Handelsstände für einen Gewinn für den Bezirk. Ich würde mich freuen, wenn das künftig dauerhaft möglich wäre", so SPÖ-Bezirksvorsteherin Gabriele Votava.

Die Pilotphase sei jedoch eindeutig zu kurz bemessen gewesen. Dem schließt sich das Marktamt an. Daher werde die Testphase vorerst bis Ende September verlängert, heißt es von dort. Ab Oktober werde dann evaluiert und entschieden, ob die längeren Öffnungszeiten bleiben und eventuell sogar auf alle Märkte Wiens ausgedehnt werden. Der Knackpunkt: Viele der größeren Märkte, wie etwa der Naschmarkt, hätten bereits deutlich signalisiert, dass sie gegen längere Öffnungszeiten seien.

Und auch die Frage nach eventuellen Mehrkosten gäbe es noch zu klären. "Unsere Mitarbeiter müssten länger im Dienst sein. Die Frage nach höheren Marktgebühren schwebt damit wie ein Damoklesschwert über uns", so die Auskunft des Marktamtes.

Start für Petition

Für die Standler um Christiane Wilfling heißt es derweil also noch abwarten. Untätig sein wollen sie unterdessen nicht. Gemeinsam mit Standlern vom Meidlinger Markt und vom Karmelitermarkt haben sie eine Petition gestartet, um die Marktordnung zu adaptieren.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.