03.01.2018, 14:18 Uhr

Gemeindebau wird als Mistplatz missbraucht

Mieter Franz Lang zeigt die Waschküchen-Lüftung, die von Passanten als Urinal verwendet wird.

Vierthalergasse 22-24: Hof, Parkplätze und Spielplatz wird von Fremden illegal genutzt. Die Meidlinger Mieter fordern einen Zaun, der die ungebetenen Gäste aus der Anlage hält.

MEIDLING. Spritzen am Spielplatz, Glasscherben am Parkplatz und die Waschküchen-Lüftung wird von Passanten als Urinal genutzt: Darüber ärgern sich die Mieter der Vierthalergasse 24.

"Als wir hier in den 1970ern eingezogen sind, war das ein Vorzeigebau in Meidling. Jetzt dienen wir als abschreckendes Beispiel", so Mieter Franz Lang. Das Problem: Der Gemeindebau ist sehr offen gebaut. So gibt es auf Erdgeschoß-Niveau etwa Parkplätze, die nur durch eine kleine Mauer vom Gehsteig getrennt ist.

Zusätzlich liegt der Bau auf dem Weg von der Philadelphiabrücke zum Bezirkszentrum. "Hier kommen viele Menschen lang – und unser Bau wird von vielen als Müllkippe und öffentliche Toilette benutzt", so Lang. Er weiß auch von Überfällen zu berichten, die bereits stattgefunden hätten.

Absage für Zaun

Die Mieter sind sich großteils einig: Sie wünschen sich einen versperrbaren Zaun um ihre Wohnhausanlage. "Nur so ist gewährleistet, dass sich hier kein Fremder unterstellt, Spirtzen wegwirft oder seine Notdurft verrichtet", ist sich Lang sicher.

Eine Absage kommt allerdings von Wiener Wohnen: "Das wäre dann wie in einem Hochsicherheitstrakt ohne Fluchtweg". Außerdem müsse eine Zufahrt für die Parkplätze gewährleistet bleiben.

Regelmäßige Kontrolle

Auch die Polizei weiß bereits von diesem Hotspot. "Wir führen hier regelmäßig Kontrollen durch", so Grätzelpolizist Martin Wenzig. Bislang wurde noch niemand in flagranti erwischt – was auch an der offenen Bauweise liegt: So können nahende Personen schon von weitem erkannt werden.

Wenzig ist inzwischen mit Wiener Wohnen und den Mietern in Gesprächen, um gemeinsam eine bauliche Lösung zu finden, die mehr Sicherheit bringt. Bis diese zu einem Ergebnis führen rät er, aufmerksam die Umgebung zu beobachten und bei einem verdächtigen Vorfall umgehend den Polizei-Notruf 133 zu wählen.
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