10.06.2017, 00:00 Uhr

Hundewiese wurde eingezäunt

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Hetzendorfer Schilder: Versprochen wird Komfort für Mensch und Tier, der hochallergene "Ragweed" ist eingezäunt. (Foto: Mitteregger)

Wut, Verwirrung und erneute Fragen rund um die Hundewiese. Ein neuer Zaun irritiert die Anrainer.

MEIDLING. (bun). Bereits seit Wochen kursieren unter den Anrainern der Hetzendorfer Hervicusgasse Gerüchte, wonach eine Verbauung der beliebten und mit einer Bausperre belegten Hundewiese bevorstehen könnte. Bestätigen sich jetzt die Befürchtungen?

Ja, meinen viele Anrainer. Stein des Anstoßes ist ein Zaun, der Anfang Juni rund um die Hundewiese errichtet wurde. Außerdem wurden befestigte Wege angelegt. Ein riesiges Schild verlautbart: "Willkommen in der neuen Pausenzone. Mehr Komfort für Mensch und Tier." Angekündigt werden "Sitzbänke und Mistkübel" und ein "Trinkbrunnen". Außerdem soll die Bevölkerung vor "hochallergenem Ragweed" geschützt werden.

"Eine Verarschung", findet Peter Mitteregger, dessen Wohnung direkt gegenüber der Hundewiese liegt. "Hier sollen Fakten geschaffen und eine Verbauung vorbereitet werden." Mitteregger und seine Mitstreiter bereiten derzeit erste Proteste vor.
Völlig unklar ist, wer hinter den Baumaßnahmen steckt. Das Werbeschild auf der Wiese verrät keine Details.

Aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig heißt es, man sei nur "Minderheiteneigentümer". Die Mehrheit gehöre der Wohnbaugesellschaft ARWAG. Die könne mit dem Gelände machen, was sie wolle.

Stadt weiß von nichts

Auch im Büro der Planungsstadträtin Maria Vassilakou will man nichts über die Vorgänge wissen. Auf der Wiese liege eine Bausperre, und alles andere sei Sache der Baupolizei, so ein Sprecher. Die Baupolizei wiederum erklärt sich für nicht zuständig. "Wir kümmern uns nur um echte Bauten, nicht um landschaftsgärtnerische Aktivitäten", hieß es gegenüber der bz.

Auch Bezirksvorsteherin Gabriele Votava ist verwundert: "Alle Bezirksparteien haben immer gemeinsam gefordert, dass die Wiese Grünfläche bleiben muss. Jetzt soll ein Bauträger gesagt haben, dass hier bald 200 Wohnungen stehen sollen." Am 13. Juni hielt die Bezirksvertretung eine Sondersitzung zu dem Thema ab. Ziel ist es, bis Ende Juni eine Bürgerversammlung einzuberufen. "Maria Vassilakou und Michael Ludwig sind nun gefordert", so Votava.

In einer E-Mail an eine Anrainerin schrieb die grüne Bezirksrätin Tanja Grossauer-Ristl, dass "in den nächsten Tagen" Gespräche mit den Stadtplanungs- und Wohnbauressorts geplant seien. Man werde dort "die Interessen des Bezirks an einer öffentlich zugänglichen Grünfläche bekräftigen."

Anrainer Mitteregger fühlt sich derweil von "seiner" Wiese ausgesperrt. Er plant, dagegen zu demonstrieren.

Verbesserung der Ruhezone

Die Arwag beruhigt, der Zaun ist aus Sicherheitsgründen errichtet worden: "Die Liegenschaft, die von den Anrainerinnen und Anrainern als Verbindungsweg zwischen der Hervicusgasse und der Endergasse sowie als Auslaufzone für Hunde genutzt wird, sind mit „Ragweed“ bewachsen. Dabei handelt es sich um ein hochallergenes Kraut, das bei Menschen und Tieren starke allergische Reaktionen auslösen kann. Auf Anraten von Experten wurde dieses Kraut fachmännisch entfernt und ein Teil der Liegenschaft eingezäunt."

Im Zuge der Einzäunung werden auch weitere Maßnahmen gesetzt, die den Komfort der Bevölkerung erhöhen. So kommt es zu einer Abzäunung des inneren Bereichs der Liegenschaft, Schilder werden montiert und Sitzbänke sowie Mistkübel aufgestellt. Auch ein Trinkbrunnen wird errichtet und die Durchwegung befestigt.

"Die derzeitige Nutzung ist auch nach Umsetzung der Maßnahmen unverändert möglich", so der Sprecher der Arwag. "Der Zaun reduziert den Kontakt mit der hochallergenen Pflanze ,Ragweeg', da der innere Bereich nicht mehr zugänglich ist.
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Jeanette C. aus Liesing | 13.06.2017 | 14:46   Melden
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