Halleluja: Kabarettpfarrer Herbert Reisinger tritt am 12.10. in Kilb auf

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Wann: 12.10.2017 19:30:00 Wo: Kulturzentrum K4, Marktpl. 4, 3233 Kilb auf Karte anzeigen

Pfarrer: Vom Kabarett bis zum Requiem ist es manchmal nicht weit.

Es gibt Weinpfarrer, Bierpfarrer, Kräuterpfarrer … Die Kirche hatte aber noch keinen Kabarettpfarrer – das hat sich jetzt geändert. Herbert Reisinger, ein gebürtiger Krummnußbaumer (Bezirk Melk), ist seit knapp drei Jahren Pfarrer in Langenhart (Gemeinde St. Valentin, Bezirk Amstetten). Oftmals brachte er mit seinen Pointen Pfarrsäle und andere Veranstaltungshallen zum Beben. Jetzt wurde der liebevolle Druck immer größer: Er muss weitermachen! Der Erlös geht meist an soziale Zwecke. Unter dem Titel „P wie Priester. Heiteres & Herbert“ gibt Pfarrer Herbert Reisinger Einblicke in das Leben als Pfarrer. Zuschauer erfahren – übrigens regional abgestimmt – unter anderem Folgendes: Wie wohnt ein Pfarrer? Warum kann er auf einen Fernseher verzichten? Welche Bedeutung hat der Mond in Bezug auf das Leben einer Pfarre und warum sei dieser eigentlich an allem schuld? Und überhaupt: Was hat die Rettungsgasse mit dem Zölibat zu tun?

Herbert Reisingers erste Überlegungen Priester zu werden, begannen als eifriger Ministrant. Er sei von seinem damaligen Pfarrer Johann Hechtl sehr beeindruckt gewesen. Der erste Schritt war, dass Reisinger ins Aufbaugymnasium nach Horn wechselte. Ein Jahr vor der Matura kamen ihm aber Zweifel, so dachte er daran, eine Familie zu gründen. Nach der Schule und dem Bundesheer wurde er also Sportartikelverkäufer in Amstetten. Auch das war nicht ganz Seines, „ich habe mir das vom Ende her überlegt“, so Reisinger. „Will ich das mein ganzes Leben machen?“ In den Mittagspausen suchte er oft die Kirchen von Amstetten auf und betete viel. In dieser Zeit suchte er wiederum Pfarrer Hechtl auf, der ihn auf seine Berufung ansprach: „Ich glaube Herbert, Du wärst kein Schaumschläger.“ 1997 entschloss sich Reisinger ins St. Pöltner Priesterseminar einzutreten. Es sein ein bewusster Schritt gewesen, den er mit Freude getan habe und dieser feste Entschluss trage ihn bis heute. 2004 empfing er die Priesterweihe, jahrelange war er danach Diözesanjugendseelsorger bis er nach Langenhart wechselte.

Doch nicht nur die Bühne ist seine Welt – auch die Freiwillige Feuerwehr. St. Valentin ist bereits die vierte Wehr, in der nicht nur Mitglied ist, er hat sogar die schwere Atemschutzausbildung. Sein früherer Kommandant Stefan Schaub von der FF Greinsfurth (Gemeinde Amstetten) berichtet: „Er nahm an zahlreichen Übungen teil und war meist im ersten Auto dabei, wenn es zu den Einsätzen ging. Unglaublich!“

Erste Auftritte hatte Reisinger bereits in Horn bzw. in seiner Seminaristenzeit. Das Canisius-Heim war eine erste Bühne, auf der er bei Faschingsveranstaltungen mitwirkte. Andere ermutigten ihn: „Nutze das doch für die Jugendpastoral!“ Immer wieder stellte er Überlegungen an, wie er sein Talent nützen könnte, immer wieder hatte er kleinere Auftritte. Selbst die Gottesmaria Maria spielte er schon – allerdings nichts als Parodie. Seinen Durchbruch schaffte er bei der Feier zu seinem 40. Geburtstag, als der Erfolg seines Kabaretts „P wie Priester“ überwältigend war. Dazu kam eine breite mediale Berichterstattung, unterstützt wird er vom Pfarrteam. Das Kabarett machte Herbert Reisinger weit bekannt. Dennoch ist ihm eines wichtig: Das Pfarrleben darf nicht unter seinen Auftritten leiden, daher müsse er etliche Anfragen abweisen.

Bei Begräbnisfeierlichkeiten werde er immer darauf angesprochen, so der Pfarrer. Dann ziehe sich schnell die Spanne vom Tod hin zur Lebensfreude. Er verstehe dies in einem weiteren Sinne: „Trotz aller Traurigkeit haben wir als Christen Grund zum Lachen – was sich auch als schöne Tradition im 'Osterlachen' widerspiegelt.“

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