Bezirk Melk: "Viele wollen jetzt nicht mehr"

Und wieder dürfen rund 850 Menschen ihren Sonntag freiwillig für die Bundespräsidentenwahl opfern.
  • Und wieder dürfen rund 850 Menschen ihren Sonntag freiwillig für die Bundespräsidentenwahl opfern.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Melanie Grubner

BEZIRK. Während andere mit Familien feiern, Sonntagsausflüge machen oder einfach nur entspannen, sitzen sie in Schulklassen, Hinterzimmern von Gasthäusern und Gemeindestuben. Von sechs Uhr früh bis 20 Uhr an jedem Wahlsonntag.

Frustrierte Beisitzer
Die Bezirksblätter haben einige der rund 850 Wahlbeisitzer im Bezirk gesucht, mit ihnen gesprochen und dabei einigen Frust der Leute "abbekommen". Besonders Maria Taferls Bürgermeister Heinrich Strondl findet für die Neuaustragung keine netten Worte mehr. "Bei uns ist immer ordentlich ausgezählt worden. Jetzt ein ganzes Land für ein paar 'schwarze Schafe' verantwortlich zu machen, das kann auch nicht sein", ärgert sich Strondl. Er wird, da er sich zur Wahl im Urlaub befindet, nicht als Wahlleiter zur Verfügung stehen und auch nicht wählen. Er befürchtet auch, dass sich die Freiwilligen diesmal schwieriger zusammenstellen lassen.

Wahlwiederholung? Warum?
Diese Befürchtung und auch Unverständnis tritt bei der Marbacherin Charlotte Zimmerl auf. Sie sitzt bei einem Wahlsonntag in Marbach und einen Tag später in der Bezirkshauptmannschaft (BH) als Beisitzer. "Die Stimmen bleiben ja gleich. Ich verstehe nicht, warum man eine ganze Wahl wiederholen muss", so die SPÖ-Dame.

"Angfressen auf solch Leut"
Einer, der mit Zimmerl am Montag in der BH Melk sitzt und Briefkarten zählt, ist Franz Fuchs. Seit knapp 20 Jahren übernimmt er Verantwortung bei den Wahlen im Bezirk Melk. "Wir haben uns hier noch nie einen Schnitzer geleistet. Wir fangen pünktlich an und stimmen bei Unregelmäßigkeiten ab, ob eine Stimme zählt oder nicht. Ich bin deswegen angefressen, weil wir jetzt wegen solchen Leuten aus anderen Bezirken, die sich nicht an die Bestimmungen halten, nochmals das gleiche Prozedere durchführen müssen", sagt Franz Fuchs.
Martin Huber von der Bezirks-FPÖ und Beisitzer in Blindenmarkt begrüßt die Entscheidung des Verfassungsgerichts und dass die Demokratie wenigstens noch halbwegs funktioniert. "Ich finde auch, dass die Briefwahl neu reformiert werden muss", fordert der Blindenmarkter.
Auf jeden Fall ist die Wiederholung nicht nur für die Beisitzer zum Ärgern. "Ich habe mit einer Bürgerin beim Public Viewing gesprochen und sie ist frustriert, dass sie jetzt schon zum Dritten Mal wählen soll und hat Befürchtungen, welche Kosten da wieder entstehen", sagt Landtagsabgeordneter Emmerich Weiderbauer von den Grünen.

Autor:

Daniel Butter aus Melk

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