"Erlauf erinnert" mit brandneuer Ausstellung

Wolfgang Kainzner und Johanna Zechner im Gespräch.
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ERLAUF. In den letzten Stunden des Zweiten Weltkriegs trafen in Erlauf der sowjetische General Dritschkin und sein amerikanisches Pendant Reinhart aufeinander. Pünktlich um Mitternacht am 8. Mai 1945 stießen sie auf das Kriegsende an und legten – unbewusst – die Basis für die "Friedensgemeinde" Erlauf.

Ein Ort der Erinnerung
"Erlauf unterscheidet sich kaum von anderen Orten in Österreich. Themen wie Nationalsozialismus, Totalitarismus, Enteignung, Vertreibung, Formen des Gedenkens, etc. lassen sich an Ereignissen im Ort nachzeichnen", erzählt Remigio Gazzari, einer der Kuratoren von "Erlauf erinnert", einer Kooperation der Abteilung "Kunst im öffentlichen Raum" des Landes NÖ und der Gemeinde Erlauf.
Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Kriegsendes entsteht eine neue Ausstellung, die ausgehend von der Rolle Erlaufs die Nachkriegsgeschichte thematisiert. Mit einem großen Friedensfest wird von 8. bis 10. Mai feierlich eröffnet.

Bruch mit Traditionen

Auf rund 250 Quadratmetern werden unterschiedliche Formen von Erinnerung in Österreich thematisiert, Kontinuitäten und Brüche verhandelt und erstmals eine profunde Dokumentation der jahrzehntelangen Erlaufer Erinnerungsarbeit geliefert.
Bezeichnend für die österreichische Geschichte ist die Entwicklung des "Friedensortes", der sich erst ab 1965 etablierte, wie Gazzari erzählt: "Der Anstoß kam ausgerechnet von den jüdischen Emigranten Ernst Brod und Franz Schanzer, die in den USA auf die Geschichte des Treffens der Generäle am 8. Mai 1945 in Erlauf stießen."
Lange Zeit erfolgte "die offizielle Erinnerung" in Erlauf alle fünf Jahre im Rahmen einer Gedenkfeier voll militärischem Pomp, ehe Bürgermeister Franz Kuttner in den 90er-Jahren mit dieser Tradition brach.

Denkmäler prägen den Ort
"Seither gab es viele Kunstprojekte, die Militärtradition wurde zurückgedrängt", erklärt Kuratorin Johanna Zechner und verweist besonders auf die Denkmäler von Oleg Komov und Jenny Holzer, die heute das Ortsbild prägen.
Schließlich wird die Ausstellung auch unterschiedliche Formen des Gedenkens in Niederösterreich vorstellen, dabei wird ein Bogen gespannt von den Erinnerungsritualen des Kameradschaftsbundes bis hin zu lokalen Gedenkinitiativen an früheren KZ-Standorten, wie etwa Melk oder St. Aegyd am Neuwalde (Bezirk Lilienfeld).
Im Zuge der Vorarbeiten für die neue Ausstellung beschritten die Gestalter völlig neue Wege, kooperierten etwa mit der Neuen Mittelschule Pöchlarn: "Wir wollen Kindern lernen, anderen Kindern eine Ausstellung zu vermitteln", erklärt Gazzari. Bei einem weiteren Projekt mit dem Erlaufer Kindergarten wurde vermittelt, wie eine Ausstellung entsteht, welche Dinge wir aufheben und warum. "Jedes Kind sollte ein Ding mitbringen, das ihm wichtig war", erklärt Zechner den Ansatz, der zu einer spannenden Ausstellung führte.

Zur Sache
Die Eröffnung der neuen Dauerausstellung "Erlauf erinnert" erfolgt im Rahmen des dreitägigen Friedensfestes von 8. bis 10. Mai. www.erlauferinnert.at

Autor:

Christian Rabl aus Melk

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