Geld war doch nur "geborgt"

Die Beweislast in ausgedruckter Form: Gerichtsakten.Foto: Probst
  • Die Beweislast in ausgedruckter Form: Gerichtsakten.Foto: Probst
  • Foto: Probst
  • hochgeladen von Werner Schrittwieser

Ein Sparbuch mit 12.000 Euro „borgte“ sich ein Postbediensteter aus dem Bezirk Melk für die Bestattungskosten seines Bruders.
BEZIRK. (IP) Ob ihm zu diesem Zeitpunkt bewusst war, dass er in wirtschaftlich vertretbarer Zeit nicht in der Lage sein wird, den Betrag zurück zu geben, versuchte der St. Pöltner Richter Markus Pree zu klären.

400.000 Euro Schulden
Nach wie vor nicht schuldig im Sinne der Anklage fühlt sich der 50-Jährige. „Wenn ich gewusst hätte, dass das strafbar ist, hätte ich es nicht gemacht“, war eine der Erklärungen des Angeklagten. Mit Schulden von rund 400.000 Euro wartete er 2009 auf die Lebensversicherung des Verstorbenen, doch dann sei einiges dazwischen gekommen.
Aber mittlerweile habe er den Schaden beglichen. Gut für die beiden Geldgeber, für den Richter ist jedoch zu klären, ob es sich um Betrug gehandelt habe, für den bei dieser Schadenssumme laut Oberlandesgericht keine Diversion (außergerichtliche Wiedergutmachung) mehr in Frage käme. Betrug im Sinne des Gesetzes sei es, wenn sich der Angeklagte zum Zeitpunkt der Übernahme des Sparbuchs bewusst gewesen sei, dass er den Betrag in vertretbarer Zeit nicht zurückzahlen könne, beziehungsweise wolle.
Die Aussagen des 50-Jährigen erfordern nun jedoch ein psychiatrisches Gutachten zur Abklärung seiner Schuldfähigkeit und die Einvernahme einiger Zeugen. Der Prozess wurde daher vertagt.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen