Landwirt bedroht Amtstierart aus Bezirk

Richter Helmut Weichhart bewies Geduld mit dem schwerhörigen Landwirt.
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  • Richter Helmut Weichhart bewies Geduld mit dem schwerhörigen Landwirt.
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BEZIRK MELK. Er habe sich in seiner Nachtruhe gestört gefühlt, behauptete ein 83-jähriger Landwirt als Angeklagter am Landesgericht St. Pölten. Damit begründete er sein Verhalten Anfang September 2014, als ein Amtstierarzt aus dem Bezirk Melk in Begleitung zweier Vertreter der Bezirksbauernkammer ihn um 17.45 Uhr aus dem Bett holte.

Tiere nicht korrekt gehalten
Mit der Drohung, er habe eine Waffe und würde schießen, soll der Landwirt versucht haben, seine Besucher zu nötigen, die Amtshandlung auf seiner Liegenschaft zu beenden, lautete der Vorwurf von Staatsanwältin Kathrin Bauer.
„Ich hab ja gar keine Waffe“, wiederholte der Beschuldigte mehrfach, nachdem er nicht verstand, warum auch die Aussage allein strafrechtlich relevant ist. Die Gründe der Beanstandung seitens der Behörde, wonach seine drei Schweine zu wenig Licht hätten und er seine Kälber anbindet, bestätigte der Landwirt, betonte jedoch: „Verbrecher bin i aber kana!“
„Uneinsichtig“, bewertete der Amtstierarzt im Zeugenstand die Haltung des 83-Jährigen. Er habe bei der Amtshandlung zwar noch keine Angst gehabt, befürchte jedoch, dass etwas passieren könnte, da die Sache noch nicht erledigt sei.

Bauer sieht Schuld nicht ein
Richter Helmut Weichhart bewies Geduld in der Auseinandersetzung mit dem Angeklagten, der nicht nur schwerhörig ist, sondern bis zum Schluss darauf beharrte, unschuldig zu sein. „Ich habe nichts falsch gemacht“, meinte er auch nach der Verurteilung und nahm daher die bedingte Freiheitsstrafe von drei Monaten nicht an.
Drei Tage hat er jetzt Zeit, um über etwaige Rechtsmittel nachzudenken.

Richter Helmut Weichhart bewies Geduld mit dem schwerhörigen Landwirt.
Staatsanwältin Kathrin Bauer.

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