Pflege in Corona-Zeit
Privater Gnadenhof in der Krise

Ein schönes Paar: Isländer "Gráblesi fra Steinnesi", kurz "Steni" genannt, und seine stolze Besitzerin
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  • Ein schönes Paar: Isländer "Gráblesi fra Steinnesi", kurz "Steni" genannt, und seine stolze Besitzerin
  • Foto: Fotos (2): Sissy Kogler
  • hochgeladen von Sara Handl

Tiere retten, pflegen und lieben: Das ist die Aufgabe von Sissy’s Hof.

BISCHOFSTETTEN. Die Laufenten watscheln quer über den Weg und Kinder reiten freudestrahlend ihre Runden auf dem Pferd. Genau so, wird man auf dem "A-Sissy-Hof" in Bischofstetten empfangen.

Private Retter im Einsatz

"Als Steni zu uns kam, weil sein alter Besitzer gestorben ist, war er sehr schwach. Er war komplett abgemagert und hat den Kopf kaum hochhalten können. Mehr als ein zehnminütiger Spaziergang war anfangs nicht drin", sagt Sissy Kogler, Betreiberin des privaten Gnadenhofs. Dort hält sie alle Art von Tieren, die in schlechtem Zustand sind und versorgt sie. "Ich sozialisiere sie auch. Schaue, dass sie gesund sind und pflege sie, bis sie sterben. Abgeben tue ich keines davon", erzählt Kogler weiter. So war es auch beim inzwischen 31 Jahre alten Steni: "Er bekam 24 Stunden Heu, wurde aber nicht dicker. Die Zahnärztin fand heraus, dass er keine Zähne mehr hat. Deswegen bekommt er jetzt zusätzlich Seniorenmüsli und Heucobs (zerkleinertes Heu, aufgelöst in Wasser). Jetzt, nach eineinhalb Jahren ist er eines der glücklichsten Pferde und galloppiert quer über die Koppel."
Pferde sind zwar die beliebtesten Tiere an Sissys Hof, aber lange nicht die einzigen. "Ich habe auch Laufenten. Im Siedlungsgebiet waren die zu laut, daher hab ich sie genommen", so Kogler.

Die Motivation dahinter

"Schon als kleines Kind im Reitstall habe ich mich um Tiere gekümmert. Meistens habe ich die Katzen mit heimgenommen. Den pflegebedürftigen Tieren zu helfen, ist für mich wie eine psychologische Therapie. Denn: Ein Pferd spiegelt eigene Gefühle wider und geht immer auf den Besitzer ein", erzählt Kogler.

Durch Spenden finanziert

"Ich versuche, so viel was geht aus eigener Tasche zu bezahlen. Dafür vermiete ich zwei Wohnungen. Der eine Mieter zieht jetzt leider aus. Ich versorge die Tiere auch durch freiwillige Spenden der Leute. Dafür mache ich öfter Veranstaltungen oder Flohmärkte. Eine Osterrallye zum Beispiel. Wegen Corona fehlt das momentan alles", klagt Kogler. Daher ihre Bitte: "Ich brauche Gleichgesinnte. Leute, die interessiert an einer Partnerschaft mit einem der Pferde sind. Dabei mietet man sich für 30 Euro quasi das Tier und kümmert sich darum. Auch Futterspenden oder Leute, die die Tiere putzen, wären eine große Hilfe."
Die Hofbetreiberin hat dazu auch schon einen Facebook-Aufruf gemacht. Sie musste feststellen, dass so etwas nicht immer gut ausgeht: "Eine Frau ist blunznfett gekommen, wollte reiten und helfen. Ich musste sie natürlich nach Hause schicken", erzählt Kogler.

Zum Wohle der Tiere

"Jeden ersten Samstag des Monats kann mein Hof frei besichtigt werden. Aber auch nach Absprache kann man jederzeit vorbeikommen und die Pferde putzen, streicheln und reiten. Zum Beispiel auf dem Isländer Steni, von dem Sissy Kogler ganz besonders schwärmt: "Er ist so ein braves Pferd. Der kann einfach alles!" Übrigens: Aufgrund der derzeitigen Situation gibt es auch die Möglichkeit einer kontaktlosen Pflege. Ebenso kann man natürlich Hofwanderungen buchen, die im Alleingang möglich sind.

Zur Sache
Insgesamt gibt es auf Sissy’s Hof über 60 Tiere. Darunter unter anderem sechs Pferde, 30 Hühner, 20 Katzen und drei Hunde.
Mehr Infos sowie eine virtuelle Hof-Tour gibts aufa-sissy-hof.eu

Ein schönes Paar: Isländer "Gráblesi fra Steinnesi", kurz "Steni" genannt, und seine stolze Besitzerin
Kein Tier wird ausgeschlossen. Auch Tauben nicht.

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