"Rätselraten" am Landesgericht St. Pölten
Stiefvater aus dem Bezirk Melk soll Sechsjährige missbraucht haben

Der 57-Jährige aus dem Bezirk Melk wartet auf den Prozess.
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  • Der 57-Jährige aus dem Bezirk Melk wartet auf den Prozess.
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BEZIRK. Zweimal soll ein 57-jähriger Arbeiter aus dem Bezirk Melk seine damals sechsjährige Stieftochter während des Duschens oral missbraucht haben, so zumindest die Vorwürfe der kleinen Lisa (Name v.d.Red. geändert), deren Aussagefähigkeit nun mittels eines Gutachtens überprüft werden soll.

Richterin Doris Wais-Pfeffer
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Vorstrafen des 57-Jährigen

Das Vorleben des Mannes birgt einerseits die Gefahr einer Vorverurteilung, andererseits sind ihm derartige Übergriffe durchaus zuzutrauen. Wie die vorsitzende Richterin Doris Wais-Pfeffer am Beginn des Prozesses am Landesgericht St. Pölten auflistete wurde der Angeklagte bereits 1980 in Deutschland wegen Mordes und Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Weitere Sexualdelikte an unmündigen Kindern führten zu zwei Verurteilungen. Dass er auch zweimal wegen Verletzung der Unterhaltspflicht vor Gericht stand, hat bei dem 57-Jährigen offensichtlich keinen Eindruck hinterlassen, zumal er sie im Prozess nicht erwähnenswert fand.

Zu den aktuellen Vorwürfen von Staatsanwältin Barbara Kirchner, die betonte, dass der 57-Jährige zweifellos ein Problem mit Sexualität und Gewalt habe, bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig. Wie sein Verteidiger meinte, sei der Mann im fraglichen Zeitraum zwischen September 2017 und Juni 2018 berufsbedingt nur selten zu Hause gewesen und noch seltener alleine mit Lisa. Darüber hinaus habe die Kleine einer Zeugin gegenüber erwähnt, dass ihre Anschuldigungen, auf die die Anklage fußt, unwahr seien.

Familienidylle wird aufrecht erhalten

Äußerst dubios wirkte das Auftreten von vier Damen, darunter auch Lisa´s Patentante und die Mutter des Mädchens, die mit Lisa und dem 18 Monate alten gemeinsamen Kind des Angeklagten mittlerweile in einem anderen Bundesland lebt, jedoch regelmäßigen Kontakt zum Vater des Kleinkindes pflegt. Laut Patentante habe niemand von den massiven Vorstrafen des Mannes gewusst, nicht einmal die Mutter des Mädchens.

Gemeinsam wurde trotz Anschuldigungen das Gericht verlassen.
  • Gemeinsam wurde trotz Anschuldigungen das Gericht verlassen.
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Die Familienidylle scheint jedoch weiter zu bestehen. Jedenfalls traf man sich nach der vertagten Verhandlung noch zu einem Plausch vor dem Gerichtseingang und spazierte danach friedlich vereint zum Parkplatz.

Autor:

Daniel Butter aus Melk

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