Georg Stasser zur Coronakrise
Wertschätzung für unsere Bauern steigt

Georg Strasser beim Interview im Eigenheim.
  • Georg Strasser beim Interview im Eigenheim.
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Bauernbundpräsident Georg Strasser im Interview zur Corona-Krise

Herr Strasser, müssen wir uns Sorgen machen um unsere Lebensmittelproduktion?
GEORG STRASSER: Nein, die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist gesichert. Auf unsere Bauernfamilien, die Verarbeitungsbetriebe und den Handel ist Verlass. Vor, während und auch nach der Corona-Krise.

Wie groß ist der Andrang an Helfern auf den Bauernhöfen bzw. Feldern?
Der Zuspruch ist erfreulicherweise sehr groß. Bereits über 20.000 Menschen haben sich auf der neu initiierten Plattform www.dielebensmittelhelfer.at gemeldet, um insbesondere in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung zu helfen. Aber nicht alle schaffen die harte Arbeit auf den Feldern, die auch Geschick und Erfahrung braucht. Das Angebot geht vom Gemüsebau bis hin zum Bäumesetzen. Ziel ist es, die Erntesaison trotz all der Schwierigkeiten bestmöglich zu meistern. Denn was wir jetzt nicht säen, können wir später nicht ernten.

Man hat das Gefühl, die Bauern erhalten nun jene Wertschätzung, welche ihnen leider jahrelang verwehrt geblieben ist. Ein gutes Zeichen oder?
Der Wert vom Bauern ums Eck wird vielen erst nach und nach bewusst. Der Schlüssel kann nur ein offenes Miteinander sein, um das wir uns tagtäglich bemühen. Konsumenten und Bauern leben in einer Partnerschaft mit vielen gemeinsamen Interessen. Und daran müssen wir arbeiten – egal ob jemand direkt beim Bauern oder im Supermarkt einkauft.

Es wäre wünschenswert, wenn die Wertschätzung erhalten bleibt.
In meiner Funktion als Bauernbund-Präsident werde ich selbstverständlich alles daran setzen, dass sich Bauern und Konsumenten auch nach der Krise gegenseitig Vertrauen schenken. Die Bauern sind gerade jetzt für die Gesellschaft da, der Grundstein wäre also schon gelegt.

Wie wichtig sind, abseits der Supermärkte, in dieser Zeit Bauernläden, Automaten und Ab Hof-Verkäufe?
Zu Beginn dieser Krise, am bekannten Hamsterfreitag, zeichnete sich eine stark steigende Nachfrage bei den Direkt- und Online-Vermarktern ab. Auf der Seite www.frischzumir.at können beispielsweise Konsumenten vielfach direkt beim Bauern bestellen. Dieses Service wird zur Freude der Direktvermarkter immer mehr geschätzt, macht aber dennoch nur einen sehr kleinen Teil der Mengen aus.

Welche Maßnahmen sind schon gesetzt worden bzw. werden in naher Zukunft noch gesetzt, um unseren Bauern unter die Arme zu greifen?
Gastronomie und Hotellerie sind als Abnehmer für bäuerliche Produkte auf einen Schlag weggefallen. Produktpreise fallen, während Produktionskosten steigen. Beim Rindfleisch und beim Holz wird es dramatisch. Die Bundesregierung bringt deshalb mehrere Maßnahmen auf den Weg, um Betrieben zu helfen, die mehr als 50 Prozent Umsatzrückgang haben. Vollerwerbs- und Nebenerwerbsbauern können einen Härtefallfonds nutzen. Und es wird weitere Initiativen seitens des Landwirtschaftsministeriums geben. Details folgen bald.

Welche Speisen wird es auf Ihrem „Ostertisch“ geben?
Wahrscheinlich wird es ein Rinderbraten mit Erdäpfelknödel. Eine Frittatensuppe gehört bei uns fix dazu, weil die mögen alle in der Familie!

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