AMS Jahresbericht: "Ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt in Melk"

Josef Mayer im Interview mit Daniel Butter.
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BEZIRKSBLÄTTER: Herr Mayer, kann man behaupten das Jahr 2017 war puncto Arbeitsmarkt ein gutes?
JOSEF MAYER: Ja, kann man. Die Zahl der Arbeitslosgemeldeten lag im Jahresdurchschnitt bei 1.690 Personen. Das entspricht einer Verringerung von 8,8 Prozent gegenüber 2016. Auf was wir auch stolz sind, ist die sogenannte Vormerkdauer – Zeitraum der Arbeitslosigkeit – von durchschnittlich 121 Tagen. Da weisen wir den zweitbesten Wert hinter Waidhofen/Ybbs in NÖ auf. Auch die Zahl der Schulungen ist um sechs Prozent gesunken.

Welche Sparten profitierten am meisten von der Verringerung?

In der Altersschicht auf jeden Fall die Jugendlichen bis 24. Da gab es eine Verringerung von 17 Prozent. Auch bei den Ausländern waren es minus sechs Prozent. Einzig bei den Über-50-Jährigen sind die Zahlen annähernd gleich geblieben. Auch der Stellenmarkt profitierte vom Wirtschaftswachstum. Hier gab es im Durchschnitt 447 Stellen, ein Plus von 55 Prozent. Die stärksten Zuwächse gab es im Metall- und Elektrobereich (+34 Prozent), im Hilfsbereich (+260 Prozent), am Bau (+100 Prozent) und im Hotel- und Gastgewerbe (+75 Prozent).

Wie sieht es bei den Lehrstellensuchenden aus?
Es gab 2017 weniger Lehrstellensuchende als im Jahr zuvor (-15 Prozent), was man auch durchwegs positiv sehen kann, dass junge Menschen schnell einen passenden Ausbildungsplatz finden. Gleichzeit stieg die Anzahl der Lehrplätze (+16 Prozent).

363 Mal mussten gemeldete Personen eine Zeit lang auf ihr Geld verzichten. Warum?

Sowohl das AMS als auch der Arbeitssuchende müssen sich an die in beiderseitigem Einvernehmen gemachte Betreuungsvereinbarung halten. Diese beinhaltet unter anderem genaue Angaben zu den zumutbaren Tätigkeiten die vermittelt werden. Diese Zumutbarkeit ist gesetzlich geregelt, die Arbeit muss z. B. angemessen entlohnt sein, die Stelle muss zum gelernten bzw. bislang ausgeübten Beruf passen und auch auf Betreuungspflichten bei Kindern ist Rücksicht zu nehmen. Wenn eine Person ein zumutbares Stellenangebot nicht annimmt, wird eine Sperre der Geldleistung von sechs bis acht Wochen verhängt. Es gibt aber auch Nachsichtgründe, wie eine Arbeitsaufnahme, die zu einer rückwirkenden Aufhebung dieser Sperre führen können. Ich möchte noch ergänzen, dass die Zumutbarkeitsbestimmungen bei Arbeitslosengeldbezug und Notstandshilfebezug unterschiedlich sind.

Die Prognose für 2018?
Der Ausblick für 2018 sieht vorerst positiv aus. Aufgrund der Wirtschaftsprognosen und Rückmeldungen der Firmen, die wir bei den Betriebsbesuchen erhalten, sollte auch 2018 ein gutes Jahr für den heimischen Arbeitsmarkt werden. Das stellt uns vor allem bei der Abdeckung der Jobangebote vor nicht immer zu bewältigende Herausforderungen, die wir aber gerne annehmen. Gerade diese Situation gibt aber auch vielen älteren Vorgemerkten, bzw. Personen mit Einschränkungen, die Chance, nochmals auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei unterstützt das AMS auch mit finanziellen Förderungen.

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